Urlaub mit Hund - Chiemgau

Im Mai diesen Jahres hat es uns zum allerersten Mal gemeinsam ins schöne Bayern verschlagen. Wir waren 8 Tage lang zusammen mit Familie und Timmy im Chiemgau unterwegs. Genauer gesagt in Grassau. Grassau liegt in Oberbayern, südlich vom Chiemsee. Knappe 7000 Einwohner, was für mich Dorfkind schon ziemlich viel ist ;-) Übernachtet haben wir in einem super schönen Haus, mit großem eingezäunten Garten. Sicher (!) eingezäunte Häuser zu finden, ist gar nicht so leicht. Das Problem hatten wir damals an der Nordsee schon. Es stand zwar häufig dabei, dass die Häuser eingezäunt sind, bei genauerem betrachten fiel aber auf, dass eingezäunt ein äußerst dehnbarer Begriff ist. Von einer 30 cm hohen Hecke bis zum 2 Meter hohen Stahlzaun kann eingezäunt offensichtlich alles bedeuten. Diesmal hatten wir aber Glück und haben recht schnell unser Haus gefunden. 3 Schlafzimmer, großer Wohn-Ess-Bereich, gut ausgestatte Küche, Bad mit Dusche und Wanne, Tischtennisraum etc. Sehr sauber, schön ausgestattet, sehr freundlichen Empfang und Timmy war absolut Willkommen. Das Haus heißt "Haus Kampenwand" und ihr findet es bei diversen Ferienhausanbietern, eine eigene Homepage gibt es (bislang) leider nicht. Das Haus ist absolut empfehlenswert, wir würden jederzeit wieder dorthin fahren. Anbei ein paar Eindrücke...

von links oben nach rechts unten: Unser Haus; Timmy fühlt sich wohl; unser Garten vom Balkon aus; Wohnstube unten; unser Schlafzimmer; Essbereich; kleines Wohnzimmer oben.


Tag 1, Anreise

 

Wir sind gegen Nachmittag angekommen. Die Fahrt verlief zum größten Teil problemlos. Timmy kam diesmal aber nur schwer zur Ruhe im Auto und hat nur wenig geschlafen. Die meiste Zeit hat er aus dem Fenster geschaut. Entsprechend müde war er am Abend gewesen. Samstag haben wir nicht mehr viel gemacht. Haus angeschaut und Grassau erkundet. Wir sind zum Reifinger See gelaufen. Ein kleiner, schön angelegter und sehr gepflegter Badesee. Für Hunde herrscht Leinenpflicht und während der Badesaison gilt komplettes Hundeverbot am See. Ansonsten findet man in Grassau diverse Supermärkte, ein Fressnapf, Bäcker, Fleischer, Pizzeria, div. Cafés, Eisdielen, Döner, Gasthäuser, Banken, kleinere Boutiquen, Schuhläden... Wer sich für Fussball interessiert, dem könnte Grassau auch ein Begriff sein. Denn in Grassau haben einige bekannte Mannschaften ihr Trainingslager. So auch Borussia Mönchengladbach, RB Leipzig, VfB Stuttgart und diverse DFB Auswahlen. Für Sportbegeisterte gibt es außerdem einen Golfplatz und einen Tennisplatz. Wer mehr über Grassau erfahren möchte, findet hier weitere Informationen. Im Vorfeld haben wir uns für den Notfall natürlich noch über ansässige Tierärzte informiert. Auch diese findet man in Grassau und Umgebung reichlich. Die nächste Tierklinik ist im ca. 35 Km entfernten Rosenheim. 


Tag 2, Regen in Grassau

 

 

Am zweiten Tag war das Wetter nicht so schön. Es hat kontinuierlich genieselt. Unser ursprünglicher Plan war es gewesen, in Richtung des Chiemsee zu laufen. Schilder findet man genug, nur die Angaben zu Entfernung und Dauer sind etwas - ich sag mal - speziell. Eine bayrische halbe Stunden entspricht nicht der thüringischen ;-) Irgendwie hat das ganze dann nicht so geklappt wie geplant und auf Grund des Wetters wollten wir nun doch nicht so weit laufen. Also haben wir uns für einen Weg zu einem Aussichtspunkt entschieden, der durch ein Moorgebiet führte. Links seht ihr Timmy mit dem Opa auf dem Aussichtspunkt. Die Aussicht war nicht wirklich berauschend wie man rechts unten auf dem Bild sieht. Man hat halt das Moor gesehen. Keine Empfehlung unsererseits also für diesen Aussichtspunkt. Aber der Spaziergang bzw. letztlich ja schon eine kleine Wanderung, war - trotz des Regens - schön gewesen. Ziemlich durchnässt kamen wir am Nachmittag wieder im Haus an. Nach Kaffee und Kuchen war entspannen angesagt. 

Tag 3, noch mehr Regen - diesmal am Chiemsee

 

Montag hat es noch mehr geregnet. Und auch wenn Timmy nicht wirklich zimperlich ist, so ist dauerhafter Regen bzw. die Nässe nicht unbedingt förderlich für seine Hüfte. Also hieß es: Regenjacke für Timmy kaufen. Es ist ja nicht so, dass wir nicht eine hätten. Aber die lag zu Hause. Also auf zum Fressnapf. Regenjacken ausverkauft. Nächsten Fressnapf gesucht. Regenjacken ausverkauft. Aber immerhin hatten sie noch Restbestände im Lager. Eine hat tatsächlich gepasst und so konnten wir dann zum Chiemsee fahren. Mittlerweile regnete es noch mehr und es sah auch nicht unbedingt nach Besserung aus. Am Chiemsee angekommen waren wir ca. 30 Minuten unterwegs, dann war der Regen so heftig, dass wir es für sinnvoller hielten nach Grassau zurück zu fahren. Den Rest des Tages mussten wir dann zwangsläufig zu Hause verbringen. Timmy fand es nicht so dramatisch, er passt sich zum Glück an und hat einfach den restlichen Tag verschlafen. Ich habe ein sehr interessantes Buch von Irene Sommerfeld-Stur über die Genetik von Hunden gelesen und die Männer haben Tischtennis gespielt. Viel mehr ist nicht mehr passiert und wir hofften nun endlich auf besseres Wetter. 


Tag 4, kein Regen in München

 

Am Dienstag haben wir zu Dritt einen Ausflug nach München gemacht. In erster Linie wollten wir in den Tierpark und danach noch etwas München mit Hund erkunden. Vor diesem Tag hatte ich etwas Bammel, denn die größte Stadt die Timmy kennt ist Erfurt. Und die Innenstadt kennt er auch nur Sonntagfrüh um 6 Uhr, wo quasi niemand unterwegs ist. Und aus dem letzten Urlaub an der Nordsee kennt er noch die ein oder andere Stadt, aber München ist dann doch eine andere Hausnummer. Aber wir wollten es dennoch probieren. 

Hunde sind im Tierpark herzlich Willkommen, sofern sie an der kurzen Leine geführt werden und nicht mit in die Tierhäuser genommen werden. Sie kosten nichts extra, für uns Zweibeiner haben wir 15 € pro Person gezahlt. Im Tierpark Hellabrunn angekommen, war Timmy völlig entspannt. Als erstes haben wir Flamingos gesehen, bei denen natürlich auch Enten schwammen. Enten findet Timmy neuerdings total klasse und möchte immer liebend gern mit diesen schwimmen. Und diesmal? Völlig desinteressiert. Puhhh erste Situation gut gemeistert. Und dann? Timmy läuft völlig entspannt an lockerer Leine durch den Tierpark als hätte er noch nie etwas anderes gemacht. Elefanten, Giraffen, Bären & Co.? Völlig uninteressant. Er hat sich überhaupt nicht dafür interessiert. Nur die Mini-Kängurus hat er beobachtet und die Wölfe wurden lautstark angebellt. Da war mir dann nicht mehr so einerlei und wir sind zügig weiter. Selbst eine Gruppe mit beeinträchtigten Menschen, welche Timmy streicheln wollten, haben ihm nichts ausgemacht und er hat sich bereitwillig streicheln lassen. Wir sind vor Stolz fast geplatzt. Im Großen und Ganzen ist der Tierpark Hellabrunn sehr schön angelegt. Zu den Tierhäusern und zur Gastronomie können wir nichts sagen, da wir beides nicht genutzt haben. Ein Besuch lohnt sich aber in jedem Fall. Danach haben wir uns auf in den Englischen Garten gemacht. Dort sind wir zum berühmten Eisbach spaziert und haben die Surfer beobachtet. Eigentlich wollten wir im Englischen Garten ein schönes kühles Bier trinken, leider hatten die Biergärten geschlossen. Der Englische Garten ist im Prinzip ein großer Park mit verdammt vielen Hunden. Das wir andere Hunde treffen, war uns natürlich klar. Aber das es SO viele sind, hat uns irgendwie überrascht - zumal es Dienstagmittag war. Die meisten der Hunde liefen frei und die meisten Leute ließen ihre Hunde auch zu dem angeleinten Timmy hin. Ein junger Rüde hat versucht Timmy zu besteigen, da wurde Timmy dann - verständlicherweise - etwas grummelig und hat dem Rüden durch Schnappen doch recht deutlich gezeigt, was er davon hält. Die Besitzer vom anderen Rüden waren hingegen tiefen entspannt und liefen völlig ruhig weiter. Timmy war das alles zu viel und wir haben den nächsten Weg aus dem Englischen Garten raus gewählt. Grundsätzlich ist der Englische Garten aber einen Besuch wert. So viel grün in einer so großen Stadt ist wirklich toll. Wir sind dann relativ Innenstadtnah zum Auto zurück gelaufen und trotz Straße, vielen Autos und vielen Menschen war Timmy wahnsinnig souverän wieder. Das Herrchen wollte unbedingt etwas typisch bayrisches in einem bayrischen Gasthaus essen und so haben wir dann ein nettes, kleines Gasthaus 6 Km entfernt entdeckt. Der Weg mit dem Auto dorthin dauerte allerdings gute 40 Minuten. Timmy war dort herzlich Willkommen, leider haben wir den Namen vergessen. Wenn er uns wieder einfällt, ergänzen wir natürlich noch. Am späten Nachmittag ging es dann zurück nach Grassau. Und weil ein Urlaub ohne Pannen bei uns in der Regel nicht möglich ist, ist natürlich unser Auto kaputt gegangen. Die Kupplung hats erwischt. Bis nach Grassau haben wir es noch geschafft, aber an eine weitere Fahrt war nicht zu denken. Das Ende vom Lied? Der ADAC hat unser Auto heim geschleppt und wir hatten ab da einen Ersatzwagen. Fazit: München ist eine sehr schöne Stadt mit wirklich viel Grün. Das hätte ich so nicht erwartet. Ich empfand es als sehr Hundefreundlich und vor allem als sehr sauber. Zumindest das was wir so gesehen haben. Nur das Autofahren ist sehr anstrengend :-) Wir kommen auf jeden Fall wieder. Vielleicht auch nochmal ohne Timmy, um auch den Rest der Innenstadt zu sehen. 


Tag 5, Kampenwand und Seilbahn fahren 

 

Mittwoch wollten wir die Kampenwand erklimmen. Hochwerts mit der Seilbahn, runter zu Fuß. Von Grassau bis zur Seilbahnstation Aschau sind es ca. 14 Km. Ein Parkplatz befindet sich direkt an der Seilbahnstation. Als ich die Gondeln gesehen habe ist mir etwas anders geworden. Zumal ich mir sicher war, dass Timmy die Seilbahn ziemlich doof finden wird. Die nette Dame an der Kasse sagte uns, dass oben noch Schnee liegt und so entschlossen wir uns eine Berg- und Talfahrt zu buchen. Denn Kleidungstechnisch waren wir nicht sonderlich auf Schnee vorbereitet. Ja ja die Touris wieder... Die beiden Fahrten kosten 17,50 €. Der Hund fährt kostenlos mit. Und weil Timmy stets für Überraschungen gut ist, war er in der Seilbahn absolut cool. Er saß auf meinem Schoß und guckte sich total entspannt die Landschaft an. Während ich kurz vor einen Panikattacke stand. Ich hab normalerweise kein Problem mit Höhe, weder im Flugzeug noch irgendwo anders. Aber die Seilbahn war mir nicht so geheuer. Nach ca. 15 Minuten waren wir oben und ich war noch nie so froh mit Sneaker und dünner Leggings im Schnee zu stehen ;-) 

Oben angekommen hatte man einen tollen Blick auf die Alpen und natürlich ins Tal in Richtung Chiemsee. Die Seilbahn  fährt bis zur Sonnenalm. Eine sehr schöne Alm mit guter Auswahl an Essen und natürlich Getränken. Auf Grund unseres Schuhwerks konnten wir nicht noch weiter hochlaufen, denn mit Sneaker durch den Schnee Bergauf klettern, ist nicht die klügste Entscheidung. Deshalb haben wir einfach die Aussicht und das schöne Wetter genossen, etwas gegessen, ein kühles Radler getrunken und sind dann - entgegen der Warnungen - runter gelaufen. Der schnellste Weg bergab sollte 30 Minuten dauern. Aber aus den bayrischen 30 Minuten wurden locker 1,5 Stunden ;-) Der Abstieg war mit Timmy jedoch sehr anstrengend. Er hatte die Ohren auf Durchzug, hat nur an der Leine gezogen und hat uns in diesen 1,5 Stunden ziemlich viele Nerven gekostet. Warum er so war? Keine Ahnung. 

Grundsätzlich hatten wir aber eine schöne kleine Wanderung, sind an mehreren Almen vorbeigekommen und waren beeindruckt, wie viele Mennschen bergauf mit dem Fahrrad unterwegs sind. 

Unser Fazit: Als Ausflug mit Hund sehr zu empfehlen. Timmy war wieder sehr Willkommen, alle waren sehr freundlich und er konnte problemlos mit auf die Sonnenalm. Wenn man noch höher gehen möchte, sollte der Hund meiner Meinung nach Wanderungen auf dem Berg gewohnt sein, denn es sah schon stellenweise sehr schmal aus. Und man sollte natürlich auf ordentliches Schuhwerk achten. Ansonsten ein gelungener Ausflug. 


Tag 6, Chiemsee

 

Am Donnerstag haben wir einen Ausflug zum Chiemsee gemacht. Wir haben uns im Vorfeld den Reiseführer "Fred & Otto unterwegs im Chiemgau und im Berchtesgadener Land" gekauft. Einige Hundehalter werden die Reiseführer von Fred & Otto vermutlich kennen. Wir haben uns für eine 14 Kilometer Wanderung (Tour 2 im Buch) entschieden, die vom Hafenparkplatz in Prien bis zur Bootsanlegestelle in Gstadt auf der anderen Seite des See führen sollte. Von da aus hätten wir mit dem Schiff zurück fahren können. Da die Schiffe aber wahnsinnig voll waren, haben wir uns gegen eine Schifffahrt mit Timmy entschieden und sind auf der Hälfte der Strecke umgedreht. Mit dem Buch haben wir den Weg relativ problemlos gefunden, unterwegs haben wir einen Kiosk und eine Gaststätte entdeckt. Wer also unterwegs etwas Essen oder Trinken möchte, findet in jedem Fall was. Als wir wieder in Prien ankamen, haben wir uns noch ein kühles Radler gegönnt und sind von da aus nochmal mit dem Auto auf die andere Seite des See gefahren und haben nochmal den Blick über den See genossen. 

Unser Fazit: Auch am Chiemsee war Timmy überall herzlich Willkommen (außer an einem Badestrand in Rimsting - dort herrscht Hundeverbot) und uns sind wahnsinnig viele nette Leute begegnet. Wir hatten den Eindruck, dass die Leute im Chiemgau generell viel freundlicher sind als hier bei uns. Am Chiemsee kann man wunderbar spazieren, nur leider sind wir auf unserer Tour nie wirklich direkt am Wasser gewesen. Es gab wenige Stellen, an denen Timmy wirklich ins Wasser konnte. Aber vielleicht ist das auf anderen Touren möglich. In den dortigen Gaststätten und Cafés schienen Hunde überall Willkommen zu sein. Ich hatte am Chiemsee übrigens dummerweise keine Kamera mit, deshalb gibt es hiervon nur das obige Handybild. 

Tag 7, Eibsee / Zugspitze

 

Der Eibsee stand schon lange auf meiner "Place to see" bzw. eher auf meiner "dort will ich Timmy mal fotografieren"-Liste. Dummerweise lag der Eibsee 140 Km weit weg, aber weil ich den besten Freund der Welt habe, ist dieser extra zum fotografieren mit uns dort hin gefahren. Eigentlich wollten wir auch gleich noch einen Abstecher nach Österreich machen, aber mein Personalausweis war abgelaufen und ich hab mich nicht über die Grenze getraut :-D Also sind wir nur bis zum Eibsee gefahren. Der Eibsee liegt südlich von Garmisch-Patenkirchen und unweit der österreichischen Grenze. Idyllisch unter der Zugspitze mitten im Wald quasi. Man kann einen 7,5 Km langen Rundweg um den See gehen, wir haben den See allerdings nicht ganz umrundet sondern sind ca. bis zur Hälfte gelaufen und dann wieder zum Parkplatz zurück. Am See direkt gibt es ein Hotel, einen Biergarten und ein Seerestaurant. Man muss also nicht verhungern. Viel mehr gibt es eigentlich zum Eibsee auch nicht zu sagen, ich lass an dieser Stelle die Bilder sprechen. Der Eibsee ist in jedem Fall einen Besuch wert, es ist absolut traumhaft. Falls ihr mal in der Nähe seid, haltet dort an und genießt den See.

 

 

 

Tag 8, Abreise

 

Am Samstag ging es dann leider schon wieder zurück in die Heimat. Auch die Heimfahrt lief absolut problemlos und Timmy war diesmal etwas ruhiger als auf der Hinfahrt. Er hat die meiste Zeit verpennt. Bislang waren wir ja eher die "Meer-Urlauber" aber die Berge und die Landschaft waren wirklich absolut traumhaft, so dass wir dieses Jahr definitiv noch einmal in Richtung Berge fahren werden. Dann vermutlich mit gültigem Personalausweis nach Österreich ;-) Auch da hab ich nämlich einige "dort will ich Timmy unbedingt mal fotografieren-Plätze" :-D 


Wo fahrt ihr am liebsten mit Hund hin? Meer oder Berge? Wart ihr dieses Jahr schon weg?

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