Leben mit schwierigem Hund

Ich weiß, ich weiß… Viele denken jetzt bestimmt erstmal: "Hä? Leben mit schwierigem Hund? Timmy ist doch nicht schwierig… " Klar, auf Bildern wirkt er immer wie ein Eingel,  aber heute werden wir die Hosen runter lassen und euch erzählen, warum einige (zugegeben nur noch wenige) Spaziergänge meinerseits heulend und absolut verzweifelnd endeten. Das Timmy fernab von dem gängigen Bild eines perfekten Hundes ist, haben wir schon einmal geschrieben. Doch heute wollen wir euch ganz konkret von unseren "Problemen" berichten und vor was für Herausforderungen uns das hin- und wieder stellt. 

 

Diesen Artikel schreiben wir im Rahmen der allerersten Blogparade von Hundekind Abby und ihrem Frauchen. Wir freuen uns sehr über das Thema und ich bin wahnsinnig gespannt auf die anderen Beiträge. Denn schwieriger Hund ist nicht gleich schwieriger Hund. Und vielleicht hat ja jemand ähnliche Probleme wie wir und Timmy und man kann sich so gegenseitig wertvolle Tipps geben. Also lieben Dank ihr beiden für diese tolle Idee!

 

Warum Timmy bzw. das Zusammenleben manchmal schwierig ist

 

Ich würde Timmy nicht im klassischen Sinne als schwierigen Hund bezeichnen. Aber er ist eben auch nicht ganz leichtführig und manchmal komme ich bzw. wir wirklich an unsere Grenzen. Ein Großteil unserer Familie wird jetzt vermutlich denken: "Boah, wat quatscht die denn da grade. Der is' doch immer so lieb…" Ja, zu Hause bzw. generell im Haus ist er der liebste Hund der Welt. Er ist ruhig, bellt nicht die ganze Zeit rum, tobt nicht durch die Wohnung. Die meiste Zeit sitzt, liegt oder steht er zwar im Weg rum wenn wir woanders sind, weil er ja nichts verpassen darf, aber im Großen und Ganzen ist er zu Hause ein absoluter Traumhund. Zumindest so lange jemanden da ist…

Timmy hatte und hat teilweise noch enorme Probleme mit dem Alleine bleiben. Er hat es ganz lange Zeit einfach nicht hinbekommen und bekommt es heute in anderer Umgebung nach wie vor nicht hin alleine zu bleiben. Bei uns zu Hause ist alles kein Problem. Langsames Training, Geduld und die entsprechende Auslastung haben ihn zu einem entspannten Hund gemacht. Aber das klappt eben ausschließlich in unserer Wohnung. Timmy kann weder bei meiner Mama, noch bei Herrchens Eltern, bei den Omas oder im Urlaub alleine bleiben. Das bedeutet nicht nur für Timmy enormen Stress, sondern auch für alle Nachbarn im Umkreis von 5 Kilometern. Im Urlaub ist Timmy also immer 24/7 dabei. Ein Ausflug ohne ihn funktioniert nicht. Und ein Hotel wo er beispielsweise nicht mit in den Frühstücksraum dürfte, geht auch nicht. Wir planen also immer so, dass er stets dabei sein kann. Das mag sich jetzt nicht so dramatisch anhören, aber was für viele selbstverständlich ist, geht bei uns nicht. Abends im Hotel mal in die Sauna? Oder ins Schwimmbad? Oder schnell alleine zum Abendessen? Keine Chance. Timmy nimmt auch in 5 Minuten das Hotelzimmer auseinander wie ein volltrunkener Rockstar. Und kann dabei mindestens genauso viel Lärm machen.

Aber das ist ein Problem, mit welchem man sich ganz gut arrangieren kann und was mich jetzt nicht so wahnsinnig extrem belastet. Aber es ist eben da und gerade am Anfang war das wahrlich nicht leicht. 

 

Was uns und vor allem mich aber nach wie vor viele Nerven und auch immer nochmal Tränen kostet: Seine Pöbelei draußen und das damit verbundene Verhalten. Es geht hier nicht darum, mal einen anderen Hund anzubellen. Damit hab ich keinerlei Problem. Wenn Timmy einen anderen Hund doof findet oder einfach mit ihm irgendwie kommunizieren will, dann soll er das natürlich tun. Aber es gibt Tage, da rastet Timmy komplett aus an der Leine. Komplett. Von 0 auf 100 in einer Zeit, von der jeder Formel 1 Fahrer träumt. Er hängt wie eine wild gewordene Bestie in der Leine und bellt sich die Seele aus dem Leib. Er reagiert dann null auf uns. Es ist ihm völlig egal, ob wir dem anderen Hund ausweichen, ob wir umdrehen, ob wir stehen bleiben… Völlig Wurscht. Ich könnt Timmy einen ganzen Pansen hinwerfen und es wäre ihm völlig gleich. Timmy ist - und an dieser Stelle kommt eine Gemeinsamkeit zu Hundekind  Abby - wie in einem Tunnel. Für ihn gibt es nur diese einzige Variante und keine Alternativen. Und das ist anstrengend. Sehr anstrengend. Und zwar so anstrengend, dass wir lange Zeit (vielleicht auch viel zu lange) Hundebegegnungen gemieden haben. Bei uns auf dem Dorf sieht man manchmal tagelang keinen anderen Hund, was für uns natürlich gut war. Ab und an sieht man einen der Hofhunde auf den Grundstücken. Und da sind sie Timmy völlig egal, selbst wenn der andere Hund völlig am durchdrehen ist. Timmy läuft völlig souverän vorbei.

 

Dann sind wir das erste Mal mit Timmy in den Urlaub gefahren und plötzlich waren da an jeder Ecke Hunde. Das war ein Spießrutenlauf und ich weiß nicht, wer hinterher kaputter war. Wir oder Timmy. Die Tage danach wurde es besser, aber an dem ersten Urlaubstag dachte ich: "Ich kann nicht mehr, das kann so nicht weiter gehen…" Da war ich wirklich am Heulen, einfach weil ich nicht wusste, was mit Timmy los ist. Warum er manchmal so durchdreht und vor allem konnten wir ihm einfach nicht helfen. Und gerade letzteres tut mir so weh. Er war nach diesen Begegnungen immer so aufgewühlt, so nervös und furchtbar unruhig. Ich wollte ihn nicht so gestresst sehen. Ich wollte auch einen entspannten Hund. Einer, der völlig gelassen durch die Straßen läuft und cool über solchen Dingen steht. Ich wollte nicht, dass er Angst haben muss. Das tut mir heute noch leid.

Wir haben damals direkt nach diesem Urlaub einen Termin bei unserer Trainerin gemacht und das erste, was vor allem ich lernen musste: Tief durchatmen und ruhig bleiben. Denn irgendwann war ich selber innerlich so nervös und aufgeregt, wenn ein anderer Hund kam, dass sich das auf den Dicken übertragen hat. Wir haben uns irgendwann gegenseitig hochgeschaukelt. Prima. Aber das Training hat eben vor allem uns - also den Zweibeinern - geholfen. Wir lernten zu unterscheiden: Bellt Timmy weil er absolut Null Bock auf den anderen Hund hat oder bellt er, weil er zu dem anderen Hund Kontakt möchte? Und genau da konnten wir endlich ansetzen und eben entsprechend reagieren und entsprechend belohnen. Wir trainieren jetzt seit gut 1,5 Jahren daran und können langsam aber sicher Erfolge verbuchen. Seine Erzfeinde möchte er weiterhin zerfleischen, aber das ist ok für uns. Ich möchte auch so manchen Menschen verprügeln, den ich nicht leiden kann ;-)

Was? Ich bin doch der liebste Hund der Welt....
Was? Ich bin doch der liebste Hund der Welt....

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, aber jeder Hund der ignoriert wird von ihm, macht uns unglaublich stolz. Viele können sich das vielleicht nicht vorstellen, weil es für sie selbstverständlich ist. Aber für uns ist das was ganz, ganz großes. Stellt euch einfach mal vor, ihr lauft mit eurem Hund an der kurzen Leine über eine Brücke. Auf der Brücke kommen euch 20 andere Hunde entgegen und bei jedem Hund rastet euer Hund aus. Er bellt, hängt komplett in der Leine und ein normales weiterlaufen ist nicht möglich. Man hat dann total aufgeregte 20 Kg an der Leine, die man irgendwie bändigen muss. Nach der Begegnung ist er völlig unruhig, aufgeregt, zieht an der Leine. Andere Hundehalter werfen einem Blicke zu, die sagen "Tzzz was ein unerzogener Hund..." und man selbst zweifelt an sich, an seiner Beziehung zum Hund. Eigentlich zweifelt man an allem. Genauso ging und geht es uns manchmal. Und dann gibt es aber eben diese Tage, an denen uns fremde Hunde entgegenkommen und Timmy relativ entspannt an ihnen vorbei geht, uns anschaut und weiß das alles ok ist. Tage, die uns dann wieder Mut machen und uns zeigen, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. 

 

Dieses Verhalten wurde über die Jahre schlimmer und immer wenn wir wieder einen Schritt nach vorne gemacht haben, passierte etwas und warf uns im Training meilenweit zurück. Jeder freilaufende Hund, der in Timmy rein rennt katapultiert uns wieder an den Anfang des Trainings aber es dauert mittlerweile nicht mehr so lange, um wieder den alten Trainingsstand zu erreichen. Mittlerweile fahren wir viel häufiger in belebtere Gebiete, um bewusst andere Hund zu treffen und zu trainieren. Denn die hiesigen kennt er und die werden (in der Regel - kommt auf seine Tagesform an) nicht mehr angepöbelt. 

 

Übrigens zeigt Timmy dieses Verhalten nur draußen. Trifft er in geschlossenen Räumen andere Hunde (bei Fressnapf, in Gaststätten, beim Tierarzt…) dann hält er die Klappe und ignoriert die anderen Hunde völlig. Letztens wurde er beim Tierarzt von einem Malinois angepöbelt und Timmy saß völlig entspannt zwischen mir und dem Herrchen und guckte uns mit einem "Ey, was will der denn jetzt von mir"-Blick an. Versteh einer einen Beagle…

 

Viele denken immer, dass Timmys Jagdtrieb ihn zum schwierigen Hund macht. Aber der Jagdtrieb ist (mittlerweile!) vollkommen in Ordnung für uns. Ich meine, ich fände es freilich cool, wenn Timmy auch ohne Schleppleine übers Feld wetzen könnte und problemlos über die Wiesen in den Bergen stromern könnte. Und es wäre auch toll, wenn er bei Wildsichtungen nicht immer so aufdreht. Aber wir wussten von Anfang an, dass er ein Jagdhund ist und sogar, dass er aus "jagdlicher Zucht" stammt. Timmys männliche Vorfahren sind bzw. waren allesamt  Vollblutjagdhunde in Jägerhand. Es steckt halt in den Genen. Wir trainieren weiterhin und versuchen auch weiterhin seinen Jagdtrieb umzulenken und ihn dennoch möglichst artgerecht zu beschäftigen. Und wenn er dann irgendwann als 15-jähriger Hundesenior frei über die Felder rennen kann, dann sind wir auch glücklich. Mittlerweile haben wir halt einfach gelernt, was es heißt einen Jagdhund zu haben, seine Eigenschaften zu schätzen und sind ihnen letztlich auch völlig verfallen. 

 

Was heißt das für unser Zusammenleben?

 

 

Es ist nicht immer einfach und Timmy hat mich wirklich viele, viele Tränen gekostet. Und auch einige Hundetrainer. Aber letztlich sind wir endlich dort gelandet, wo wir und auch Timmy verstanden wird und wo vor allem Timmy mit der Trainingsmethode klar kommt. An dieser Stelle ein riesen Dankeschön an die liebe Ulli, die uns endlich auf den richtig Weg gebracht hat. Timmy braucht halt länger, wir mussten lernen geduldig zu sein aber wir befinden uns auf dem richtigen Weg. Und jeder Erfolg - und sei er noch so klein - zeigt uns, dass es sich lohnt an Problemen zu arbeiten und vor allem, dass man eben auch an sich selber arbeiten muss manchmal. Und es gibt für uns nichts schöneres, als wenn Timmy uns anschaut und weiß, dass wir das im Notfall regeln und er sich auf uns verlassen kann - und umgekehrt.

 

Wenn ihr also auch einen Hund habt, der - in welcher Art und Weise auch immer - schwierig ist, dann gebt nicht so schnell auf. Scheut euch nicht, professionelle Hilfe in Form eines Trainers in Anspruch zu nehmen und wechselt auch den Trainer, wenn ihr das Gefühl habt, es passt für euch und euren Hund nicht. Egal, wie schwer es manchmal ist und wie oft man auch verzweifelt denkt, dass das nie klappen wird - versucht optimistisch zu bleiben und habt Geduld. So schwer es manchmal auch ist. Irgendwann lohnen sich der ganze Stress, die Tränen und die Arbeit. 

Die Nase ist immer im Einsatz... Besonders im Wald.
Die Nase ist immer im Einsatz... Besonders im Wald.

Und nun erzählt ihr mal: Ist euer Hund ebenfalls schwierig bzw. hat er Eigenschaften, die euch im Zusammenleben mit ihm wirklich fordern? Habt ihr vielleicht auch einen Leinenpöbler und wie habt ihr das in den Griff bekommen?

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Kommentare: 7
  • #1

    Sandra & Shiva (Sonntag, 09 April 2017 21:44)

    Fühlt euch mal fest gedrückt.

    Shiva ist Timmy in vieler Hinsicht ähnlich. Sie bekommt auch regelrechte Panikattacken und flippt richtig aus. Ich kann gar nicht sagen, ob es Kinder, Männer, Frauen oder Hunde sind, sie hat kein wirkliches Muster... Mal so, mal so, mal so... aber wir waren auch bei einer Angsthundetrainerin und seitdem ist vieles besser. Auch ich gehe gerne in absoluter Einsamkeit spazieren, aber durchaus auch mal mit viel Action und häufigen Begegnungen, damit Shiva das nicht verlernt.
    Flauschige Grüße und immer die Ohren steif halten.

    Sandra und Shiva

  • #2

    Steffi (Montag, 10 April 2017 13:49)

    Ach ja! Ich kenne das ja auch mit dem etwas schwieriegen Hund!
    Die kleine Maus Stimpy hat mich auch schon jede Menge Tränen, Nerven und 2 Hundetrainer gekostet! Auch Ren hat das ein oder andere graue Haar durch sie schon bekommen...
    Ihr ausgeprägter Jagdtrieb bringt mich und meinen Körper manchmal sehr zur Verzweiflung... Es gibt Tage, an denen habe ich einfach nicht die Kraft, ihre 14kg an der Leine zu halten.. Da tut mir jedes Gelenk weh und ich mag einfach nur nach Hause und mir die Decke über den Kopf ziehen.. Nur leider hilft das keinem :( Trainigstechnisch sind wir bei einer Trainerin gelandet, die uns bzw mich ernst nimmt. Und das Jagen werden wir demnächst auch mal angehen... In erster Linie hatten wir uns um die Auslastung vom Kopf gekümmert... das wirkt auch kleine Wunder :) Aber draussen wird sie zur Rampensau und ich zum lästigen Anhängsel an der Schleppleine....

    Ich versuche gerade genau so wie Du etwas gelassener zu werden. Aber leider gibt es Tage, da funktioniert das leider so gaaaaar nicht :( Die wirst Du ja sicherlich auch kennen... Aber wir arbeiten fleißig und ich hoffe eines Tages erlebe ich noch mal einen entspannten Spaziergang....

    Fühlt Euch gedrückt!

    Ganz liebe Grüße
    Steffi mit Ren & Stimpy

  • #3

    Beagle Timmy und Elke (Donnerstag, 13 April 2017 02:44)

    Hallo, dein Artikel ist sehr tröstlich. Am Anfang als Timmy (Beagle, 4,5 Jahre, immer an der Schleppleine) in unsere Familie kam, war auch ich oft verzweifelt und musste weinen. Einen sturen Beagle zu erziehen, kostet viel Kraft und Ausdauer. Man hatte es zwar vor der Anschaffung schon gelesen, doch es in der Praxis zu erleben, ist noch etwas anderes. Auch unser Timmy ist kein Hund mit dem man total entspannt durch Wald und Flur schlendern kann, geschweige denn durch eine Stadt. Er ist immer schon schnell aufgeregt gewesen. Wenn wir auf dem Hundeplatz ankamen, hatten wir unseren großen Auftritt: ein endlos bellender Hund zog mich über den Platz und war aus dem Freispiel nicht die Bohne abrufbar. Wir haben trotzdem das Beaglediplom A und B geschafft, was uns keiner zugetraut hatte. Es war ein hartes Stück Arbeit und seine Aufgeregheit hat sich trotz regelmäßigem Hundekontakt nicht wirklich gelegt. Dann kamen noch ein paar negative Hundebegegnungen dazu ( einmal wurde er sogar blutig gebissen) und seitdem haben auch wir einen Leinenpöbler. Einen guten Hundetrainer , der uns da weiterhilft, haben wir leider nicht gefunden, es wurde aber bestätigt, dass seine Leinenaggression angstmotiviert ist. Also wurschteln wir uns nun mit guten Hundebüchern durch die Thematik. Am Anfang habe ich ihn sogar mit Wasser bespritzt, wenn er gepöbelt hat, was mir heute sehr leid tut. Da wurde er in seiner Not auch noch von mir bestraft. Wir haben uns dann bald für positive Konditionierung mit guten Leckerlis entschieden und er ist insgesamt schon ruhiger geworden. Doch es gibt gute und schlechte Tage, und wenn dann wieder ein frecher, freilaufender Hund auf uns zugedonnert ist, fangen wir wieder von vorne an. So auch gestern, da kam ein freilaufender Köter (ich weiß, ist gemein) knurrend und Zähne fletschend auf uns zugerannt. Ich, ganz mutig, stelle mich dazwischen und will den Hund wegjagen, um das Vertrauen meines eigenen Hundes in mich wieder aufzubauen (..so steht es in manchen Büchern..). Doch der Hund ließ erst ab, als seine Halterin ihn endlich an die Leine nahm. Heute hat Timmy dann natürlich wieder mehr an der Leine gepöbelt, dabei war er in den letzten Tagen recht entspannt gewesen. Am liebsten meide ich stark frequentierte Hundegassi-Strecken immer noch, denn es gibt leider viele rücksichtlose Hundehalter, die es eine Zumutung finden ihren Hund anzuleinen. Doch wir haben auch Tage, wo ich ganz beherzt auf schmalen Wegen weitergehe( keinen Bogen laufe, nicht in einen Abzweig flüchte), wenn uns ein fremder Hund entgegenkommt. Manchmal klappt es, manchmal nicht, wonach Timmy das entscheidet, habe ich immer noch nicht verstanden.
    Das Alleinebleiben klappt auch nicht so gut( ...habe mal gelesen , kommt beim Beagle häufig vor). Er macht zwar nichts kaputt, jault aber herzzerreissend. Wenn wir vorher eine große Runde gedreht haben und er dann muede ist, kann ich 2-3 Stunden das Haus verlassen. Da ich nicht berufstätig bin, ist er fast nie alleine und wenn wir mal Ausgehen passt die Tochter auf. Tja, auch bei uns richtet sich alles nach dem Hund. Liebe Grüße Elke und Beagle Timmy

  • #4

    Elke und Beagle Timmy (Donnerstag, 13 April 2017 16:04)

    Hallo, noch ein kleiner Nachtrag von Elke und Beagle Timmy. Unsere heutige Hunderunde war auch mal wieder nicht sehr entspannend. Der erste Hund, der uns begegnete wurde "dezent" angepöbelt und dann hat Timmy den größten Teil der Runde von links nach rechts gezerrt(... Frühling, hier sind einige läufige Hündinnen unterwegs). Ich habe ihn dann trotz Schleppleine stellenweise bei Fuß laufen lassen, was für unsere Verhältnisse ganz gut geklappt hat. Zu Hause angekommen war ich natürlich platt und deprimiert. Mich tröstet dann immer eine Postkarte , die über Timmy´s Fressnapf hängt. Auf dem Bild geht ein kleiner Junge mit einem Beagle, der brav zu ihm aufschaut, an der Leine spazieren und folgender Spruch steht darauf: Er ist nur für einen Teil deines Lebens da, aber für ihn bist du sein ganzes Leben! Dann schäme ich mich immer ein bisschen, dass ich wieder so ungeduldig mit ihm war. Denn Hunde müssen so viele Dinge, die gegen ihre Natur sind machen, um in unser Leben zu passen. Ich glaube mich nervt nicht so sehr der nicht leichtgängige Beagle, sondern mehr die anderen rücksichtlosen Hundehalter, die wochenlanges Training in wenigen Minuten zu nichte machen. Oder die Hundekenner, die einen mit allgemeinen Hundeweisheiten zutackten und nicht mal die wichtigsten Wesensmerkmale der unterschiedlichen Hunderassen kennen. Auch fehlt es an kompetenten Hundetrainern, die auch mit schwierigen Hunde umgehen können und einen nicht ständig mit Sprüchen abkanzeln wie: ...mehr Härte zeigen...sie sind der Rudelführer, zeigen sie Dominanz...konsequent sein... usw., usw. . Der Trainingsalltag läuft nicht immer nach Din-Norm ab und es gibt Situationen, da lassen sich manche Übungen einfach nicht konsequent umsetzen. Sogar nette Hundebekanntschaften können manchmal ganz schön nerven. Da treffen wir uns mitten in einem wildreichen Wald und obwohl ich gefühlte 100mal erklärt habe, dass ein Beagle zur selbstständigen Jagd gezüchtet wurde, wundern sie sich, dass ich Timmy zum Spielen nicht ableine. Sie werfen dann ihrem Fiffi ständig einen Ball ins Unterholz und Timmy reißt wie blöde an der Leine, weil er doch auch hinterher will ( na, tolle Situation). Im Moment liegt er schnarchend neben mir auf seinem Kissen und ist die Ruhe selbst, so habe ich ihn am liebsten (haha...).
    Wünsche allen noch viel Geduld und kleine Erfolge beim Hundetraining mit unseren "Schwererziehbaren"!
    Liebe Grüsse Beagle Timmy und Elke

  • #5

    Boy (Freitag, 14 April 2017 13:37)

    Also Boy kann auch nicht perfekt Freilaufen. Vor 1 oder 2 Jahren konnte er nichtmal an der schleppleine normal laufen � dann haben wir Mit ihm sehr viel trainiert. Da hat uns das Buch "leinen los" geholfen. Jetzt kann er zwar nicht perfekt Freilaufen aber jetzt kann er ohne Leine laufen ohne das ich die ganze zeit angst hab das er einfach wegrennt und das reicht mir auch. Das schafft man bei beagles auch da sie ja seehr verfressen sind � also Boy würde alles für Futter machen. Aber wenn Hunde dabei sind vergisst er leckerlies leider völlig � da denkt er nurnoch ans spielen. Damit kann ich aber super leben ❤ LG Carina und Boy

  • #6

    Clara (Montag, 17 April 2017 18:50)

    Ja, unser Cnut rastet bei anderen Hunden auch immer aus...
    Aber nicht weil er mit Ihnen Kontakt aufnehmen möchte, sondern weil er nur schlechte Hundebegegnungs-Erfahrung gemacht hat. Auf unserem Hundeauslaufweg kommen urplötzlich manchmal freilaufende Hunde, die, obwohl das Frauchen/Herrchen schon längst gesehen hat, dass unser Cnut an der Leine ist (hat ja bestimmt ein Grund das er an der Leine ist�) einfach auf Cnut zu rennen. Cnut kann nicht wegrennen und hängt sich dann in die Leine...
    Der Besitzer kommt dann ganz lässig heran geschlendert, ruft seinen Hund, der dann nicht mal reagiert, und greift ihn dann. In dieser Zeit hat Cnut schon einen Angst Anfall bekommen... Bei der nächsten Hundebegegnung rastet Cnut dann immer vollkommen aus (obwohl genügend Platz zwischen Hund und Hund ist)
    Unsere Hundetrainerin hat uns erklärt, dass Cnut den Hunden mit seinem Gebelle schonmal im Voraus sagt, dass sie sich fern halten sollen.
    Ich hoffe das war nicht zu lang�
    Clara+Cnut��

  • #7

    Frieda und Bubu (Donnerstag, 20 April 2017 12:55)

    Der Blogeintrag und auch die Kommentare erinnern mich dezent an unsere 15-jährige Kangalmixhündin Bubu. Wir haben sie damals mit 6 Monaten aus dem Tierschutz geholt, mit einem Jahr hatte sie dann eine unschöne Begegnung mit einem unangeleinten Schäferhund. Ich warf nur noch die Leine, damit sie flüchten konnte und die Besitzerin vom Schäferhund war relativ schnell bei uns und hat sich zehntausend Mal entschuldigt (der Schäferhund war ausgebüxt). Jedoch hat Bubu diese Begegnung so verinnerlicht (und sicherlich kommen die alles beschützenden Kangalgene mit dazu), dass sie bei jeder Begegnung direkt in der Leine hang. So ist es immer noch, wenn sie einen ihrer schlechteren Tage hat (sie ist dement, sonst aber körperlich für ihr Alter topfit). Ich kann aber sagen, das jahrelange Training hat definitiv was gebracht! Wir sind auch von Trainer zu Trainer getingelt, bis wir den richtigen gefunden haben. Wenn sie nun ihren "Film schiebt" und sagt: "Geh weg, ich will dich nicht mal sehen!" können wir sie relativ leicht abholen und ablenken. Ich weiß, wie verzweifelt und auch panisch in solchen Situationen sein kann und kann nur sagen: es wird irgendwann besser!
    Liebe Grüße von Frieda und Bubu ❤️