Urlaub ohne Hund oder: Bin ich ein Helikopterfrauchen?

von Vicky

 

Einige haben es vielleicht über Timmys Instagram Seite mitbekommen, dass wir bööösen Zweibeiner ohne ihn ein paar Tage in den Urlaub gefahren sind. Genauer gesagt waren wir für 4 Tage in Hamburg gewesen. Timmy war währenddessen bei meiner Mama untergebracht, da diese ebenfalls Urlaub hatte. Ich werde euch jetzt hier nicht von unserem Kurztrip berichten, auch wenn dieser wirklich super war. Aber die liebe Julia vom Blog miDoggy hat vor längerem zu einer Blogparade mit dem Thema „Helikopterfrauchen“ aufgerufen. Und als der Urlaub immer näher rückte und ich mich mental darauf vorbereiten musste, das erste Mal seit 2 Jahren wieder ohne Timmy weg zu fahren bzw. überhaupt länger als einen Tag ohne ihn zu sein, stellte ich mir die Frage ob ich nicht vielleicht auch ein Helikopterfrauchen bin?

 

Einige die mich kennen werden jetzt mit Sicherheit lachen und sagen: „Ja, das bis du definitiv!“ Ich glaube das ja eher nicht so ;-)

 

Wer nicht weiß, was es mit dem Wort Helikopterfrauchen auf sich hat: Es stammt von dem Begriff Helikoptereltern ab, kommt also aus der Kindererziehung. Helikoptereltern sind jene, die ihre Kinder „Überhüten“. Ständig um sie herum wuseln, sich ständig um sie sorgen etc. Früher nannte man das bei uns übrigens einfach „Glucke“.

 

Keine Frage, ich sorge mich um Timmy. Ständig. Geht es ihm gut? Fühlt er sich wohl? Und ich tu selbstverständlich alles dafür, dass dem eben auch tatsächlich so ist. Und alle anderen in meinem Umfeld tun das natürlich auch. Ich passe auf ihn auf, beschütze ihn im Zweifelsfall. Hin- und wieder könnte somit tatsächlich der Eindruck entstehen, dass ich doch etwas zu sehr um Timmy herum wusel. Und gerade jetzt vor dem Urlaub wurde dieser Eindruck sicher bei dem ein oder anderen verstärkt. So habe ich meiner Mama eine genaue Liste geschrieben, was er wann zu fressen bekommt. Ich habe ihr mehrfach erklärt, wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten soll… Völlig schwachsinnig von mir, denn meine Mama passt regelmäßig auf Timmy auf, wenn wir arbeiten sind. Sie weiß, was zu tun ist und sie weiß, wie sie sich zu verhalten hat. Und dennoch fiel es mir plötzlich schwer, die Kontrolle gänzlich abzugeben. Ich habe sogar meine kleine Cousine dazu verdonnert, mir täglich ein Bild von Timmy zu schicken und jeden Abend habe ich natürlich zu Hause angerufen, ob alles in Ordnung ist. Natürlich war alles in Ordnung mit ihm. Warum sollte dem auch nicht so sein.

 

Er bekommt im Winter ein Mantel angezogen, weil er auf Grund seiner HD eben diese wärme benötigt. Er wird gebadet, wenn er dreckig ist. Er kann im Bett schlafen und er darf auch mit auf die Couch. Für viele ist dies die pure Vermenschlichung, aber ist das bereits helikoptern? 

 

Timmy kann bei mir bzw. bei uns voll und ganz Hund sein. Er kann im Schlamm toben, er kann sich in Kacke wälzen (manchmal darf er das, ja), er kann stundenlang nach Mäusen buddeln, er kann das tun was ein Hund eben so tut. Ich habe keine Angst davor, dass er beim Toben mit anderen Hunden einen Kratzer davon trägt. Ich habe keine Angst davor, dass er auch mal eine Maus frisst wenn er nach diesen buddelt. Ich habe keine Angst, wenn er aus einer Pfütze trinkt und ich renne auch nicht bei jeder kleinen Schramme oder jedem kurzen Husten zum Tierarzt. Auch das war mal anders, aber mit der Zeit lernt man seinen Hund kennen und weiß, wann ein Arzt zu Rate gezogen werden sollte und wann es vielleicht auch das ein oder andere Hausmittelchen tut. Jedenfalls – was das angeht, bin ich absolut kein Helikopterfrauchen. Aber wenn es darum geht, die Kontrolle abzugeben und diese anderen zu überlassen… Das fällt mir enorm schwer. Auch wenn ich weiß, dass er bei unserer Familie in den besten Händen ist. Wenn einem das zu einem Helikopterfrauchen macht dann bekenne ich mich schuldig.

 

Timmy ist nach mehreren Angriffen auf ihn ein eher ängstlicher Hund geworden. Und in gewissen Situationen „fordert“ Timmy es ein, dass wir ihn beschützen und ihm Sicherheit geben. Er sucht dann bewusst unsere Nähe, versteckt sich hinter uns oder stellt sich zwischen unsere Beine. Wir geben ihm dann diese Sicherheit, weil er sie braucht. Für Außenstehende sind das leider häufig so Momente, in denen sie uns wohl als Überängstlich und Übervorsichtig ansehen. Und ich muss mir dann tatsächlich so Sachen anhören wie, dass Timmy ein „Muttisöhnchen“ sei etc. Ja, dass nervt. Es nervt, dass wir und er so hingestellt werden. Warum sollte ich ihm keine Sicherheit geben, wenn er dies braucht? Grundsätzlich sehe ich es normalerweise auch so, dass Timmy gewisse Dinge für sich klärt. Wenn ihn ein Hund bedrängt, dann regelt er das für gewöhnlich selbst und ich misch mich solange nicht ein, wie ich sehe das Timmy dies nicht will.

 

Sind wir nun aber im Urlaub und Timmy bei jemand untergebracht, dann kommen mir eben wieder so Gedanken „kann er / sie ihn auch so beschützen, wenn Timmy dies braucht?“ Ihr seht, es läuft letztlich immer wieder auf dasselbe hinaus. Ich kann die Kontrolle nicht abgeben :-D

 

 

Macht mich das jetzt zu einem Helikopterfrauchen? 

 

PS: Wir waren in den letzten Wochen nicht untätig und haben den ein oder anderen Blogbeitrag vorbereitet. Wir haben unser Zeitmanagement verbessert und hoffen, endlich wieder regelmäßig die Zeit für den Blog zu finden. 

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Kommentare: 3
  • #1

    Sandra und Shiva (Sonntag, 30 Oktober 2016 20:12)

    Also ich finde nicht, dass ihr sehr helikoptert. Timmy darf Hund sein, wird beschützt, wenn es nötig ist und ihr fahrt auch mal ohne ihn weg. Ich frage sogar während meiner Arbeitsabwesenheit nach, was Shiva so treibt.

    Flauschige Grüße
    Sandra und Shiva

  • #2

    Anja mit Alma (Sonntag, 30 Oktober 2016 21:57)

    Ich finde rein gar nicht, dass du dich wie ein Helikoptern um Timmy bewegst, sondern kann dich sehr gut verstehen! Gerade wenn der eigene Hund in manchen Situationen Fürsorge benötigt, wird man doch sehr empathisch als Hundemama

  • #3

    Katrin mit Molly (Mittwoch, 09 August 2017 20:18)

    Ich denke nicht, dass man das helikoptern nennen kann.
    Bin gerade in einer ganz ähnlichen Situation. Unsere Molly darf auch total Hund sein, aber ich habe das gleiche Problem mit dem Kontrolle abgeben. Man kennt seinen Hund einfach in und auswendig und befürchtet, dass die die auf ihn aufpassen sollen ihn vielleicht nicht verstehen oder falsch einschätzen und dass dann irgendwas blödes passiert.