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Fremdwort: Rücksichtnahme

Wir wissen, dass wir uns in letzter Zeit ein wenig rar gemacht haben, hier auf dem Blog. Und das tut uns auch sehr leid. Natürlich soll sich das wieder ändern, aber grad im Moment ist das gar nicht so einfach. Ich habe einen neuen Job angefangen, in dem ich mich natürlich erst einmal richtig einleben muss. Da ich in meinem neuen Beruf mehr oder weniger Quereinsteiger bin, hab ich aktuell natürlich noch recht viel damit zu tun, mich einzuarbeiten. Wenn man den ganzen Tag neues lernt und neues hört, dann ist abends der Kopf voll und man möchte sich nicht mehr wirklich geistig anstrengen. Auch mit den neuen Arbeitszeiten und der damit verbundenen neuen Situation für Timmy, mussten wir uns erstmal arrangieren und ausprobieren, wie es nun am besten ist. Ohne Hilfe wäre es übrigens aktuell sehr schwierig mit Timmys Betreuung. Aber dazu ein andermal mehr.

 

Und damit mir auch ja nicht langweilig wird, habe ich ja nach Abschluss meine Studiums noch ein weiteres Fernstudium angefangen. Das hat auch gleich mal ein anderes Anforderungsniveau und auch da muss ich erstmal wieder meinen Rhythmus finden. Und da mein Tag leider auch nur 24 Stunden hat, war das natürlich erstmal alles ein wenig viel. Aber so langsam haben wir uns mit den neuen Umständen angefreundet, auf Arbeit komme ich auch schon ganz gut zurecht und mein früherer Lernrhythmus passt auch fast wieder. Nach und  nach werde ich es jetzt also auch wieder hinbekommen, regelmäßig zu schreiben und zu fotografieren. Übrigens mit neuem Objektiv. Ich hoffe, der Postmann bringt es morgen. Ich bin schon ganz aufgeregt. Aber welches es geworden ist, erzähle ich euch erst später :-P 

 

Auf jeden Fall hoffen wir, dass wir ab sofort wieder wöchentlich bloggen können. 

 

So - nun genug vornweg erzählt, kommen wir zum eigentlichen Thema heute. Ich wollte darüber gar nicht schreiben eigentlich, aber gestern Abend hab ich mich in eine Diskussion verwickeln lassen, dass ich das Thema nun doch auch hier einmal ansprechen möchte. Es geht um Rücksichtnahme. Viele Hundehalter sind genervt, dass Hunde an vielen Orten nicht willkommen sind. Sei es der neuerdings gesperrte Badesee, das Restaurant, das Hotel, der Strand oder was auch immer. Ja, auch wir haben schon öfter das Problem gehabt das Timmy nicht Willkommen war. Viele regen sich furchtbar darüber auf aber häufig ist es so, dass Hunde nicht mehr Willkommen sind, weil sich Hundehalter nicht im Griff hatten. Einer benimmt sich nicht und alle müssen darunter leiden. Ich nehme als Hundehalter nicht jede Schuld auf mich, denn freilich sind nicht alle rücksichtslos. Und es ist schade, dass wenn man einmal eine schlechte Erfahrung - welcher Art auch immer - mit Hundehaltern gemacht hat, dies direkt pauschalisiert. Darunter leiden all diejenigen, die sich stets Mühe geben.

 

Die Diskussion gestern ging los, weil eine Frau von einem Mann blöd angemacht wurde, da ihr Hund auf eine öffentliche Wiese gepullert hat und er dort mit seinem Kind spazieren ging. Er fand es nicht in Ordnung, eben weil dort Kinder spielen. Nun echauffierten sich viele darüber, dass das ja eine Frechheit wäre, Menschen verursachen ja viel mehr Müll etc. So weit, so gut. Geh ich mit. Wenn ich bei uns durch den Wald laufen, sehe ich entsorgte Reifen, Sessel, alte Klamotten, eine Toilettenschüssel und andere Dinge. Ich bin mir sicher, dass das weder ein Hund noch ein Reh dort entsorgt hat... 

Natürlich sind die Menschen die größeren Schweine, aber sie sind eben nun mal auch für die Hinterlassenschaften ihrer Hunde verantwortlich. Kacktüten sind hier auf dem Dorf ein Fremdwort für viele. Unsere Lieblingsgassistrecke ist so vollgeschissen, dass wir dort nicht mehr lang gehen. Aber ich schweife ab... 

 

Die Frage der Dame war nun also, ob es irgendein Gesetz gäbe, was das Urinieren von Hunde regele. Soweit ich weiß, nicht. Aber nichts desto trotz bin ich der Meinung, gibt es dennoch einige "Regeln" für das pinkeln der Hunde. Und da gehört für mich dazu: Es werden keine Gartenzäune angepinkelt, es werden keine Autos angepinkelt, es werden keine Häuser angepinkelt und es wird nicht auf Privatgrundstücke gepinkelt. Fertig. Timmy ist ein Rüde und was machen Rüden gerne? Markieren. Mittlerweile hat Timmy aber einfach gelernt, dass einige Dinge tabu sind. Er kann im Wald jeden Grashalm anpinkeln, jeden Baum und jeden Stein. Von mir aus auch 20 Mal hintereinander. Er kann auf dem Feld pullern, wie es ihm beliebt und meinetwegen auch das Straßenschild auf dem Feldweg anpullern. Ist mir völlig gleich. Und wenn sich darüber jemand aufregt, kann auch ich das nicht nachvollziehen. Genauso wie ich es nicht nachvollziehen kann, warum man seinen Müll im Wald entsorgt. 

 

Nun haben wir selber aber das Problem, dass wir vor unserem eingezäunten Garten noch einen Grünstreifen haben, welcher nicht eingezäunt ist aber jeder weiß, dass dies noch unser Grundstück ist. Das Gras ist an einigen Stellen eingegangen, weil dort immer und immer wieder hingepinkelt (und natürlich auch gekackt) wird. Das ärgert mich. Das habe ich in gestriger Diskussion erwähnt. Und was war die Antwort? Selbst schuld, ich solle es doch einzäunen. Wenn ihr Hund pinkeln muss, dann muss er pinkeln und dann darf er das da tun, wo er gerade ist. Und wer sein Grundstück nicht einzäunt, der hat Pech gehabt... 

Ähm bitte was? 

Ich weiß nicht, wie das bei euch in der Gegend so aussieht aber bei uns ist es so, dass der vordere Bereich der Häuser häufig offen gestaltet ist. Da ist ein Weg zur Haustür, ein paar Blümchen, Büsche und was man noch so im Vorgarten hat. Da ist kein Zaun oder ähnliches und trotzdem lässt man dort nicht einfach so seine Hunde drauf rennen. Oder? 

 

Ich als Hundehalter habe auf meinen Hund zu achten. So einfach ist das. Es gibt nun mal Leute, die mögen einfach keine Hunde und wollen diese nicht auf ihrem Grundstück. Das hab ich zu akzeptieren. Nur weil irgendwo kein Zaun drum ist, renne ich doch auch nicht einfach in den Vorgarten und pflücke mir die hübschen bunten Blümchen ab. Es gehört sich einfach nicht.

 

Das war übrigens eines dieser Probleme, warum hier bei uns im Ort eine tolle große Wiese eingezäunt wurde, auf der unsere Hunde immer miteinander getobt haben. Es ist ein private Wiese, die man aber betreten durfte. Man durfte dort auch Kirschen von den Kirschbäumen essen etc. Nun gab es aber einige Hundehalter, die nur auf diese Wiese sind um ihren Hund seine Geschäfte erledigen zu lassen. Wie bereits gesagt, Tüten sind hier ein Fremdwort und das Ende vom Lied war eben, dass diese schöne Wiese eingezäunt ist und nicht mehr genutzt werden kann. Weil in dem Fall die Hundehalter keine Rücksicht auf den Wunsch der Besitzer genommen haben. Jetzt leiden wir alle darunter und dennoch ist der Besitzer bei den meisten der böse. Er nimmt ja den armen Hunden die Möglichkeit im Ort zu toben. Aber das die Leute eigentlich selbst dran Schuld sind, sehen sie nicht. 

 

 

 

Unsere heiß geliebte Wiese... Vor einem Jahr konnten wir dort noch toben...
Unsere heiß geliebte Wiese... Vor einem Jahr konnten wir dort noch toben...

Jetzt in der Urlaubszeit, bekommt man auch folgendes vermehrt mit: In einer Gruppe in der explizit Häuser und Wohnungen für Hundebesitzer angeboten werden, kommt ab und an die Diskussion auf ob Hund im Urlaub mit auf die Couch oder ins Bett darf. Bei einigen steht explizit dabei, dass dies nicht gewünscht ist. Und dennoch gibt es einige die sagen: Halte ich mich nicht dran, schließlich bezahle ich ja was für die Endreinigung. Und dann wird sich gewundert, dass es Ferienhausbesitzer gibt, die irgendwann Hunde einfach generell verbieten.

Ganz ehrlich? Ich kann es irgendwo verstehen. 

 

Und wo wir gerade bei Urlaub sind... Wie oft habe ich es schon erlebt, dass Hunde an Badeseen über die trocknen Handtücher der anderen Leute gerannt sind, sich neben den Leuten geschüttelt haben oder beim buddeln den Sand durch die Gegend gefeuert haben. Oder auch Kinder die permanent ihren Ball auf einen schmeißen oder mit der Schaufel den Sand durch die Gegend werfen. Kinder werden in den wenigsten Fällen an Stränden verboten werden, Hunde schon. Eltern und gerade Hundebesitzer müssen hier einfach aufpassen und Rücksicht nehmen. Dann ist allen geholfen und entspanntes Baden ohne Verbote möglich. 

Und ja: Der Müll an den meisten Seen ist freilich deutlich schlimmer, als ein nasser Hund oder ein spielendes Kind. Aber wir wissen ja nun alle, wer in der Regel als erstes mit Verboten zu rechnen hat. 

 

Wenn ich sowas erlebe, kann ich den Unmut der Leute leider einfach verstehen. Klar, der Großteil ist freilich nicht so. Und wie oben schon erwähnt, finde ich es falsch alle über einen Kamm zu scheren. Aber ich kann als Hundehalter doch nicht ständig Verständnis erwarten, wenn ich mich selbst nicht mal an die einfachsten Regeln halten kann? 

 

Und deshalb frag ich mich: Was ist daran so schwer, dass jeder ein wenig Rücksicht aufeinander nimmt? Ich kann nicht auf Rücksicht plädieren, wenn ich selber keine nehme. Jeder muss Rücksicht nehmen und auch Hundehalter müssen akzeptieren, dass nicht jeder Hunde mag oder einfach Angst vor Ihnen hat. Genauso müssen Fahrradfahrer akzeptieren, dass sie nicht die Einzigen auf Feldwegen sind und nicht mit gefühlten 50 Km/h um die Ecke geschossen kommen können. Jogger müssen verstehen, dass ein wenig Abstand manchmal helfen kann. Spaziergänger müssen akzeptieren, dass ein Hund nun mal pullert und kackt (und es der Großteil auch wegräumt). Und Muttis müssen lernen, dass Hunde Kinder manchmal schlicht doof finden. 

 

Ich erwarte Rücksicht von Fahrradfahrern und nehme auf diese genauso Rücksicht, in dem ich Timmy ins Fuß schicke und er kurz neben mir läuft. Das gleiche gilt auch für Jogger. Ich will nicht, dass Timmy draußen den Müll von anderen frisst und räume unseren Müll genauso weg, wie die das tun sollten. Ich will nicht, dass die Mutti ihre zwei kleinen Kindern zu Timmy lässt und ich lasse Timmy auch nicht einfach so zu kleinen Kindern hin stürmen. 

 

An dieser Stelle eine "nette" Anekdote: Timmy findet kleine Kinder eher suspekt. Sie sind ihm zu laut und zu hektisch. Ein kleines Mädchen fragt uns mal, ob sie Timmy streicheln dürfte. Ich sagte zu ihr, sie soll kurz stehen bleiben und warten, bis Timmy zu ihr kommt. Dann kann sie ihn vorsichtig am Rücken streicheln. Was sagte die Mutter? "Das ist ein Beagle. Die mögen immer Kinder. Geh einfach hin und streichele ihn." Brauch ich nichts weiter dazu zu sagen, oder? 

 

Klar, ist uns auch schon das ein oder andere Missgeschick passiert. Timmy hat in einem Unachtsamen Moment direkt in den Vorgarten unserer Nachbarn gekackt. Ich habe geklingelt, mich entschuldigt und um eine Tüte gebeten, da ich sie natürlich genau an diesem Tag vergessen habe. Timmy hat auch mal einen Rucksack, welcher auf einer Wiese stand, markiert. Auch hier habe ich mich entschuldigt und angeboten, die Reinigung zu übernehmen. Fehler passieren jedem und eine Entschuldigung im Anschluss tut nicht weh... 

 

 

Es könnte alles so entspannt sein... Und wir machen es uns alle teilweise so schwer. 

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Kommentare: 4
  • #1

    Sandra & Shiva (Sonntag, 24 Juli 2016 21:27)

    Hallo ihr zwei!

    Ja, da sagste was. Missgeschicke passieren jedem und eine Entschuldigung tut nicht weh. Klar heilt die nicht alles, aber man kann es versuchen ;)
    Rücksichtnahme ist echt ein Fremdwort in der heutigen Gesellschaft. Ich bin auch immer entsetzt, wie rücksichtslos die Menschen miteinander umgehen. Da kann sich leider keiner ausnehmen. Ich erscheine manchen vielleicht auch rücksichtslos, wenn ich zum Beispiel andere Hunde sehr bestimmt wegschicke, weil Shiva Angst hat oder ich Kinder anmotze, dass sie Shiva nicht anzufassen haben. Schließlich ist sie ja süß und dann muss sie alles und jeden toll finden. *stöhn* Naja, ne getackerte Kinderhand kommt uncooler. *grins*

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva

  • #2

    Life is good Hazel Grace (Montag, 25 Juli 2016 09:12)

    Ich bin da voll auf deiner Seite! Es gibt nichts schlimmeres als eine vollgekackte Lieblingsstrecke! Und dabei hängen bei uns im Ort sogar die teueren Gacki-Sacki an jeder Ecke aus... . Klar unsere Weste ist auch nicht weiß (wir haben einen Kläffer), aber wenn man beim aufsammeln der Hinterlassenschaften des eigenen Hundis in die Sch**** anderer tritt ist das einfach nur ekelig.
    Bei den Kindern miss ich sagen, gehe ich mittlerweile schon rabiater vor, da unser Nachbarjunge meinen Hund sonst den ganzen Tag durch den Garten jagt.

  • #3

    Rahel (Mittwoch, 21 September 2016 08:33)

    Ja das kennen wir zu gut... Tüten sind auch bei uns ein fremdwort... Und aos ich die hinterlassenschafft aufgehoben habe wurd ich auch schon doof angemacht "lass doch liegen ist ja wiese" sowas regt echt auf. Ich habe 2 hunde die eine ist fast 16jahre alt und braucht manchmal etwas stütze beim kacken und da freu ich mich immer wenn ich in fremde kacke stehe.... Mein kleiner süsser weisser wuschel sheltie will auch von allen angefasst werden aber er mag kinder nicht, er springt sie rüpelhaft an und will sie verscheuchen also anfassen nein.. Aber der ist doch so süss.. Mein gott er hat schlechte erfahrung gemacht. Er ist taub und wurde wohl überrannt. Genau so ist es wenn er an der leine ist mag er keine hunde und bellt die gerne mal an.. Wir arbeiten daran aber es ist schwirig wenn man extra ausweicht ihn hinlegt damit er die klappe hält und dann die gegnerische partei ihre leine lang lassen und meinen geh mal hallo sagen.. Ich weiche nicht ohne grund mit meinem rüpel aus. Genauso wenn der andere frei ist. Ich lass meinen nicht frei nur weil die das wollen, bei uns hat es strassen und meiner sein rückrufhalsband nicht immer um.. Manchmal ist es echt schwer hundehalter zu sein

  • #4

    Ina (Mittwoch, 21 September 2016 10:33)

    Ohh wer kennt es nicht..ich habe 2Jackies, da muss ich nicht viel sagen..viel energie und grosse Klappe.
    Ich wohne seit neustem wieder auf dem Dorf weil ich dachte es wird besser mit ihm spazieren zu gehen.
    Doch nichts ist!!
    Tüten hab ich immer und überall mit..in jeder Jacke und Hose finden sie sich.. :-D
    Was mir persönlich sehr aufstösst ist,dass viele Hundehalter hier ihre Hunde frei laufen lassen..
    Ein mittlerweile grosses Wutthema bei mir.
    Mein Rüde ist unkastriert und kann mit anderen Rüden gar nicht.er ist immer angeleint ( ausser auf einsamen Feldwegen oder mit Schleppleine).
    Zum Schutz anderer kleinerer Rüpel u zu seinem eigenen.
    Das die Leute hier so rücksichtslos damit umgehen erschüttert mich.
    Mit Kindern ist es so halbschwierig.
    Meine Hunde lieben sie, das Gequietsche macht sie aber noch hibbeliger.
    Mein Rüde ist dann immer zu stürmisch will zwar nur knutschen aber für kleine Kinder ist das verständlicherweise zuviel.
    Also Bogen drum.

    Ja es ist nie einfach ob mit Nichthunde-Besitzern oder anderen Hundehaltern..