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Mein Tag auf der House of Dogs

von Vicky 

 

Wie ihr ja vielleicht bereits wisst, war ich am vergangenen Samstag in Berlin auf der House of Dogs. Heute möchte ich euch von meinem Besuch dort berichten.

 

Mein Tag begann reichlich chaotisch, denn ich war bereits auf der Autobahn als ich mein fehlendes Portemonnaie bemerkte. Ich musste also von Jena noch einmal zurück fahren, habe einmal die komplette Wohnung auf der Suche nach meinem Portemonnaie auf den Kopf gestellt, um anschließend festzustellen das es die ganze Zeit in meinem Handschuhfach lag... Ja, dass bin typisch ich. Ich kam also letztlich erst viertel 9 anstatt wie geplant halb 8 los. 275 km lagen nun vor mir. Die Fahrt verlief bis Potsdam problemlos aber dann folgte eine ewig lange Baustelle und dann - ja dann kam Berlin. Das Mädchen aus dem 300 Einwohner Dorf alleine in der Großstadt. Ich war zwar schon öfter in Berlin und ich war auch schon in Hamburg, München und Köln mit dem Auto unterwegs. Nur saß ich noch nie alleine im Auto und vor allem bin ich bisher auch noch nie selber durch Berlin gefahren. Und jetzt weiß ich auch wieder warum. Trotz Zeitdruck hab ich es aber relativ souverän und ohne im Auto komplett durchzudrehen durch Berlin geschafft. Ich kam also etwas zu spät an, hab aber glücklicherweise vor dem Postbahnhof - in welchem ja die Messe statt fand - Kerstin mit Allie von 2und4zusammenunterwegs entdeckt und so war ich nicht alleine die letzte ;-)

 

 

Location und Rahmenprogramm

 

Die Location der Messe fand ich auf den ersten Blick schon mal sehr, sehr cool. Der Postbahnhof hat einen Charme, bei dem ich Dorfkind sofort denke: "Dit is Berlin, wa". Ich mag Berlin. Zumindest wenn ich nicht selber fahren muss. Und dieses leicht heruntergekommene Ambiente fand ich echt gut. Was ganz anderes, als die üblichen Veranstaltungen in den großen Messehallen. Es gab einen unteren Bereich mit vielen Ausstellern, vielen Menschen, noch mehr Hunden und einer Showfläche. Im Außenbereich waren ebenfalls ein paar Stände zu finden und das Catering. Das Catering gefiel mir wirklich gut, denn es gab eben nicht nur wie sonst üblich Bratwurst, Pommes und Fischbrötchen. Zum ersten Mal hab ich auf einer Hundemesse veganes Eis und anderes veganes/vegetarisches Essen bekommen. Dafür Daumen nach oben. Der obere Bereich war über eine Treppe zu erreichen, mit denen einige Hunde so ihre Probleme hatten. Wie manche Halter ihre Hunde da hochgezerrt haben, war teilweise sehr gruselig... Aber wie ich gehört habe, wurde die Treppe am Sonntag mit Teppich ausgelegt. Im oberen Bereich waren ebenfalls einige Aussteller zu finden, ein Agility Parcours, eine Showfläche und eine schicke Dachterrasse. Auf dieser haben wir Blogger uns übrigens getroffen und konnten dort bei einer wirklich leckeren Limonade die sehr sympathische Initiatorin und Geschäftsführerin der Messe kennen lernen und mit Fragen löchern. Wir haben einen wirklich super Einblick Hinter die Kulissen bekommen, dass fand ich sehr spannend. 

 

Bildquelle: House of Dogs
Bildquelle: House of Dogs

Leider war der Postbahnhof dann doch für die Menge an Besuchern, Hunden und Ausstellern in meinen Augen zu klein. Es war zwischenzeitlich schon sehr eng gewesen. Vielen Hunden war anzusehen, dass ihnen das zu viel ist. Denn häufig hatten sie gar keine Möglichkeit sich aus dem Weg zu gehen, selbst wenn sie gewollt hätten. Auch wenn ich das Konzept mit dem Rahmenprogramm echt super fand, war die Aufteilung in meinen Augen nicht ganz so geglückt. Denn die Showfläche, in welcher einige Aufführungen statt fanden, war quasi mittendrin. Das Klatschen der Zuschauer bei den Aufführungen machte einige Hunde dann doch sichtlich nervös. Eine Überarbeitung der Anordnung fände ich besser. Vor allem das strikte Trennen von Verkauf und Show. 

 

Was ich ganz gefährlich fand und in der Art und Weise in Zukunft auch so nicht machen würde, war der Agility Parcours. Als wir dort vorbei liefen, fiel ein kleiner schwarzer Hund von der Wippe und humpelte stark danach. Auch bei einem zweiten Rundgang krachte ein anderer Hund von dieser Wippe. Der Parcours war ohne professionelle Aufsicht und das fand ich nicht in Ordnung. Mit Aufsicht und einer entsprechenden Hilfestellung durch diese, gern wieder. Aber so - Daumen runter. 

 

Die Aussteller 

 

Die Messe sollte vor allem kleineren und regionalen Unternehmen die Möglichkeit bieten, sich vorzustellen und zu präsentieren. Es waren zwar auch namhafte Unternehmen wie cdVet, TerraCanis, PetsDeli und Vorwerk vor Ort, jedoch dominierten die unbekannteren, kleinere Unternehmen. Ich habe sogar zwei Unternehmen aus direkter Nachbarschaft entdeckt, die ich vorher noch gar nicht kannte. Die Firma Lets Fetz - Fun for Pets aus Gotha und die Vierpfötchenstube aus Weimar. Neben den reinen Shops waren aber auch andere Aussteller wie die Tiertafel Berlin, zwei Tierbestatter, der Tierschutzverein Berlin, Tierphysiotherapeuten, Tierärzte oder ein Verein für Blindenführhunde vor Ort. Das gefiel mir ganz gut, denn das kenne ich von anderen großen Messen in dem Ausmaß nicht. Anders als erwartet bin ich nicht vollgepackt heim gefahren. Für Timmy gab es einen quietschenden Plüschhund und ein paar Leckerlis. Das hatte ich ihm versprochen ;-) 

Außerdem wurden wir Mädels noch mit einer ziemlich pinken Tüte beschenkt, in welcher ebenfalls Futter und Leckerlis war. Von wem diese war? Von der Schirmherrin höchstpersönlich. 

Timmy und sein neues Plüschtier :)
Timmy und sein neues Plüschtier :)

 

Die Schirmherrin 

 

Viel pink, viel Plüsch, viel Glanz und Glamour. Das ist die Schirmherrin Prinzessin Maja von Hohenzollern. Zugegeben: Ich hatte da so meine Vorurteile. Diese haben sich zumindest in Bezug auf ihre Person nicht bestätigt. Sie war nett und sympathisch und man merkte ihr an, dass sie unter dem ganzen rosa BlingBling letztlich eine ganz normale "Hundemutti" ist. Sie selbst hat 12 Hunde und 5 Katzen, welche sie auch zu ihrem Sortiment inspiriert haben. Begeistert stellte sie uns 20 Minuten lang ihr gesamtes Sortiment vor. Rosafarbenen Körbchen und Accessoires, ihre eigens kreierte Futtermarke und die Pflegeprodukte. Auch wenn ich manchmal gerne noch eine Hündin hätte, um ihr niedliche rosafarbene Leinen zu kaufen, war mir das dann doch etwas zu viel Mädchen. Bei dem Futter waren einige eigenwillige Dinge dabei, so gab es Breakfast to go (mit kleinem Crossaint) und Lunch to go. Natürlich in umweltfreundlicher Verpackung. Auch ein Geburtstagskuchen findet man im Sortiment. Natürlich natürlich, ohne Konservierungsstoffe, ohne Zucker und rein vegetarisch. Geschmackssache. Im wahrsten Sinne. Denn wir durften ihn kosten. Das Futter klang auf den ersten Blick natürlich super, auf den zweiten Blick irritieren mich einige Sachen. So erklärte sie, dass mindestens 70% Fleisch enthalten seien, laut Deklaration sieht das dann ein wenig anders aus. Rebecca von Les Wauz ist in ihrem Bericht ein klein wenig näher darauf eingegangen. Ob das Futter gut bei Hunden ankommt, kann ich nicht beurteilen. Denn Timmy verträgt generell nur ganz wenige Sorten Nassfutter und wir wollten es dann lieber nicht testen. So freut sich unser hier ansässiger Tierschutzverein darüber. Allerdings hat er die Leckerlis futtern dürfen und die haben ihm offensichtlich geschmeckt. 

Zu kaufen gibt es die Sachen laut Aussage der Prinzessin bei Fressnapf, in Drogerien, in Bio-Märkten und Online. Erhältlich auch im Ausland. Ein was positives möchte ich noch kurz erwähnen: Ein Teil des Verkaufserlös wird an den Tierschutz gespendet. Auch wenn es nur ein Cent pro Produkt ist, so sind immerhin bereits 100.00 € zusammen gekommen. 

Mir persönlich war das alles in allem etwas too much, aber die Produkte machen nicht den schlechtesten Eindruck. 


Die Besucher 

 

Diese Erfahrungen habe ich bisher auf jeder Hundemesse gemacht und auch auf der House of Dogs war es so. Es ist erschreckend, wie teilweise mit dem doch eigentlich so geliebten Vierbeiner umgegangen wird. Da wird an den Hunden gezerrt und gezogen, teilweise tragen diese Würger welche auch entsprechend eingesetzt wurden. Und es wurden auch Hunde mit Stachelhalsband gesehen. Klar, liegt das an den jeweiligen Besitzern aber vielleicht kann auf sowas in Zukunft zum Beispiel am Einlass geachtet werden. Denn Würger und Stachler sind ein absolutes No-go und haben einfach nichts am Hund zu suchen. 

Außerdem hat man doch einige gestresste und teils (vermutlich durch den Stress) aggressive Tiere gesehen und da muss man sich als Besitzer doch eingestehen, dass mein Hund für so eine Messe nicht geschaffen ist. Timmy würde durchdrehen und nach spätestens 10 Minuten hätte ich ein Häufchen Elend neben mir sitzen. Also bleibt er zu Hause, ganz einfach. Da sollten einige andere Hundebesitzer vielleicht auch mal drüber nachdenken. Schließlich sind nicht alle Hunde so souverän wie z. B. Queen und Püppi vom Blog Dietutnichts

Auf Grund der doch recht kleinen Location war auch die Showfläche für die Bulldoggen Ausstellungen nicht ganz so optimal platziert. Diese lag vor den Toiletten und man musste zwangsläufig an den Bullys vorbei laufen. Einigen hat man angesehen, dass die davon mehr als genervt waren und ich persönlich hätte mich nicht getraut mit Timmy dort lang zu laufen. Auf Grund der Enge wäre es mindestens zu einem Schnappen seinerseits gekommen. Und auch wie die Halter der Bullys diese durch den Ring gezerrt haben... Ich hab nur kurz zugesehen und das hat mir gereicht. Das ist aber leider ein generelles Problem auf Rassehundausstellungen und dieses Vorgehen habe ich schon auf so einigen Ausstellungen erlebt, weshalb ich mir diese schon gar nicht mehr anschaue. Da wird an den "Halsbändern" gezogen, damit der Kopf immer fein oben bleibt, die Hunde werden in die richtige Position gezerrt... 

 

Natürlich kann da der Veranstalter nur bedingt etwas dafür aber ich wollte dies nicht unerwähnt lassen. 

Hier sieht man den Agility Parcours, die Showfläche sah ähnlich aus. Also wirklich mittendrin.
Hier sieht man den Agility Parcours, die Showfläche sah ähnlich aus. Also wirklich mittendrin.

 

Mein Highlight und mein Fazit 

 

Es war die erste House of Dogs und das da noch nicht alles 100 % glatt läuft, ist absolut verständlich. Im großen und ganzen war es aber dennoch eine wirklich schöne Messe gewesen, welche ich mit Sicherheit auch wieder besuchen werde. Die Aussteller haben mir ganz gut gefallen und auch das Rahmenprogramm mit Vorträgen und Diskussionen war super gewählt. Wenn einige der von mir und auch von den anderen Bloggern angesprochenen Kritikpunkte überdacht und vielleicht überarbeitet werden, dann wird die nächste Messe sicher noch schöner. 

 

Das beste der Messe war für mich natürlich unser Bloggertreffen gewesen. An dieser Stelle noch mal ein Danke, dass wir alle zu der Messe eingeladen und so super nett empfangen wurden. Ich hab mich wahnsinnig gefreut die anderen Mädels in live kennen zu lernen und es war echt super entspannt mit euch. Denn wie Rebecca bereits schrieb, herrscht unter uns absolut keine Konkurrenz. Im Gegenteil, man hilft und unterstützt sich und tauscht sich aus und das ist so viel Wert! Schade, dass wir letztlich nur ein paar wenige Stunden zusammen hatten. Aber ich denke und hoffe, dass dies nicht unser letztes Treffen war. Neben Kerstin von 2und4zusammenunterwegs, Sabrina von Dietutnichts und Rebecca von Les Wauz waren außerdem noch Julia von miDoggy, Steffi von Cocker, Lifestyle and more, Isabelle von Verwauzt und Zugebellt und Dini von Hundekind Abby dabei. Außerdem haben wir noch Susanne von der Struppibande/Stresslessdogs und Sarah von Hirtengold getroffen. 

Da ich an dem Tag echt wenig Bilder gemacht habe, habe ich unser Gruppenbild mal von Les Wauz gemopst :-)
Da ich an dem Tag echt wenig Bilder gemacht habe, habe ich unser Gruppenbild mal von Les Wauz gemopst :-)

 

War einer von euch auf der House of Dogs? Wie fandet ihr die Messe? 

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Kommentare: 3
  • #1

    Deco & Pippa (Mittwoch, 15 Juni 2016 12:32)

    Schön das Ihr auch in Berlin auf der House of Dogs wart :)
    Die Location sieht wirklich hammer aus - schade nur das es platzmäßig ein wenig eng war :(.
    Wuff, Deco und Pippa

  • #2

    dani (Mittwoch, 15 Juni 2016 13:10)

    Scheint ja ein gelungener Tag gewesen zu sein. Sicher, Abstriche gibt es ja immer und ich denke der Veranstalter wird sich die Kritik zu herzen nehmen :) Schön euch mal alle zusammen auf einem Foto zu sehen :D

    Liebste GRüße
    Dani mit Inuki und Skadi

  • #3

    Elly& Tapps (Mittwoch, 27 Juli 2016 20:06)

    Hört sich echt nach einem super Tag an ;) ! Es war ja das erste Mal, bei der nächsten House of Dogs werden sie sicher schon mehr Erfahrung haben und vielleicht auch eine bessere Location finden. Das letzte Foto ist super, ihr scheint ja ein lustiger Haufen gewesen zu sein :)

    Liebe Grüße
    Elly und Tapps