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Ja, der tut was!

von Vicky

 

 

Ich bin genervt. Einfach nur noch genervt. Genervt von "der tut nichts". Genervt von "der will nur spielen". Genervt von "Lass ihn von der Leine, der muss mal spielen". Genervt von "der ist so aggressiv, weil du ihm keinen Hundekontakt gewährst". Und vor allem genervt von "Das ist ein Beagle. Der ist immer verträglich und der braucht den Hundekontakt unbedingt". 

 

Ich weiß, ich weiß. Vielmals ist es bestimmt nicht böse gemeint. Und bei einigen Hunden, weiß ich auch das sie tatsächlich nur spielen wollen. Aber habt ihr - die eben jene Sätze immer sagen - schon einmal daran gedacht, ob MEIN Hund spielen möchtet? Ob MEIN Hund nichts tut? Ob MEIN Hund überhaupt Hundekontakt möchte? 

 

Nein, Timmy will nicht spielen! Ja, Timmy tut was, wenn er bedrängt wird! Und Timmy will selber entscheiden, ob er Hundekontakt möchte oder nicht! Punkt. Das bedarf keiner Diskussionen und das ist zu akzeptieren. Vor allem wenn man es weiß und vor allem wenn wir darum bitten. 

 

Timmy läuft permanent an der Leine. Wer uns nicht kennt, weiß auch nicht warum dies so ist. Klar, es ist wegen seines Jagdtrieb. Aber vielleicht ist es auch, weil er ein Angstbeißer ist? Weil er aggressiv ist? Weil er krank ist? Weil... es eigentlich völlig egal ist, warum. 

 

Warum wird das nicht einfach akzeptiert? Warum wird so gut wie jeder unangeleinte Hund zu ihm hin gelassen? Und warum wird sich dann noch beschwert, wenn er doch mal schnappt? Warum kann man nicht ein kleines bisschen Rücksicht nehmen? 

 

Mittlerweile haben wir hier nach fast jeder ungewollten Hundebegegnung ein zitterndes Häufchen Elend sitzen. Und warum? Klar, ich kann die Schuld nicht nur den anderen geben. Das wäre falsch. Vielleicht haben wir in einigen Situationen falsch reagiert. Vielleicht liegt es auch einfach am Alter. Vielleicht liegt es aber auch an seiner Krankheit. Aber vielleicht sind eben auch jene daran Schuld, die aus mangelnder Rücksicht Timmy in blöde Situationen gebracht haben. Und von diesen Begegnungen möchte ich heute gerne ein paar erzählen. 

 

Timmy und seine Freundin Klara. Aufgenommen im März 2015.
Timmy und seine Freundin Klara. Aufgenommen im März 2015.

Als Welpe und Junghund hatte Timmy eher wenig Hundekontakt. Trotz das er in der Stadt aufwuchs, traf er doch recht selten auf Hunde. Mit 2 Jahren zog er dann aufs Dorf und trifft seit dem regelmäßig auf andere Hunde. Eine der ersten Hundebegegnungen verlief blutig (siehe Foto links) und war letztlich die Schuld von uns Zweibeinern. Wir haben die Situation komplett falsch eingeschätzt und Timmy hatte als Folge ein Cut im Ohr davon getragen. Aber einen robusten Kerl wie Timmy stört das nicht und gleich am nächsten Tag wollte er schon wieder mit dem anderen Hund spielen. Andere Hunde waren klasse damals. Alle wollte er begrüßen. Mit allen wollte er toben und spielen. Die meisten Hunde waren seine Freunde und er ist wie wild mit ihnen durch den Garten und über die Felder geflitzt. Recht bald besuchten wir eine Hundeschule und Timmy war schwer in seine 3 Golden Retriever Mädels verknallt. Nach dem Training gab es kein Halten. Wie verrückt ist er mit seinen Mädels über die Wiese gefetzt. Auch mit den anderen Hunden hat er immer freudig gespielt. Zugegeben: Mädels fand er schon immer besser. Aber die Jungs haben ihn nie gestört. Notfalls hat er sie ignoriert. Es war schön zu sehen, wie glücklich er war und mit wie viel Freude er gespielt hat.

Alle Bilder (c) Joachim K. 

Später fanden wir dann einen Beaglespielplatz hier in der Nähe. Ein eingezäunter Platz, auf welchem ausschließlich Beagles toben können. Er hat mit seinesgleichen tatsächlich ein wenig anders gespielt. Ausdauernder. Voller Freude. Pausenlos. Und anfangs zu unserer Überraschung ausschließlich mit Rüden. 2,5 Stunden haben sich die Jungs über den Platz gejagt. Und so lief das die ersten Male immer ab. 

Irgendwann folgte eine Begegnung, nach der sich das erste Mal etwas änderte. Timmy wurde hier im Ort von einem Hund angegriffen. Er stand auf der anderen Seite der Hauptstraße. Ohne Leine. Ohne Halsband. Wir wollten gerade die Straße überqueren als der andere Hunde auf uns los stürmte und nachdem er Timmy einige Sekunden fixierte, packte er ihn im Nacken. Der Besitzer reagierte netterweise recht schnell, zog seinen Hund weg und ging. Timmy stand da wie ein Häufchen Elend. Von dem Zeitpunkt an fand er große Hunde schon nicht mehr ganz so gut. Vor allem den nicht. 

 

Große Hunde wurden von da an kontinuierlich verbellt, wenn er sie sah. Wenn sie ihm doch zu Nahe kamen, machte er nichts. Er ließ alles über sich ergehen. Aber man merkte eben, dass es nicht mehr das "wir beschnuppern uns gegenseitig" wie früher war, sondern wirklich ein "hoffentlich ist der bald fertig und lässt mich in Ruhe". Für die anderen Hundebesitzer übrigens immer ganz eindeutig ein "Guck, die verstehen sich doch super...". 

 

Es dauerte nicht lange und auf einem unserer Sonntagsspaziergänge stand plötzlich und unerwartet ein Berner Sennenhund vor uns. Der Besitzer? Keine Ahnung. Der Berner kam auf uns zu. Langsam. Fixierend. Timmy zog den Schwanz ein, machte sich klein und schaute uns nur mit großen Augen an. Der Berner schnupperte, knurrte und ging auf Timmy los. Um Timmy zu schützen sind wir dazwischen gegangen. Der Berner zog ab und wir standen da mit einem kleinen Häufchen Elend neben uns. 

 

Eine ähnliche Situation folgte kurze Zeit später. Uns kam ein unangeleinter Hund mit Besitzer entgegen. Ich und Timmy sind extra auf eine Wiese ausgewichen, weil ich wusste er nimmt ihn nicht an die Leine. Und was passierte? 5 Sekunden später knurrte es hinter uns. Richtig. Der andere ist uns gefolgt. Timmy verhielt sich wieder wie oben, die Körpersprache des anderen versprach nichts gutes aber eh die Situation eskalierte, kam der Besitzer und leinte ihn an. Also konnte ich mit meinem zitternden Häufchen Elend weiter laufen. Der Hund läuft natürlich nach wie vor ohne Leine rum. Die Konsequenz? Ich passe unsere Gassi Zeiten so an, dass wir ihn nicht treffen. Klasse, oder?  

März 2015. Beim letzten Besuch spielte er leider nicht mehr so schön.
März 2015. Beim letzten Besuch spielte er leider nicht mehr so schön.

Und vor zwei Tagen dann eine Begegnung die mich zu diesem Text veranlasste. Ich bin früh meine Runde mit Timmy gelaufen, es war halb 7 und auf dem Weg stand plötzlich ein Hund. Wir kannten den Hund. Ein junger, freundlicher Golden Retriever Rüde. Problem: Vom Besitzer keine Spur und wir mussten gezwungenermaßen dort lang. Der Goldi stürmte freudig auf Timmy zu und forderte ihn zum spielen auf. Timmy zeigte null Interesse. Der Goldi verstand das nicht und forderte immer deutlicher unter anderem in dem er auf Timmy drauf sprang. Macht sich schlecht bei Timmys kaputter Hüfte... 

Timmy knurrte, Timmy schnappte. Goldi dreht ab und kam zu mir. Sprang mich an und Timmy war darüber alles andere als begeistert... Die Stimmung der beiden kippte und ich brüllte den Goldi an, bis der Besitzer kam... Es gab natürlich keine Entschuldigung. Warum auch. Ist ja nichts passiert... Wie kann ich auch früh halb 7 schon draußen rum laufen. 

Wir traten unseren Heimweg an und zu Hause legte sich Timmy direkt in sein Korb und schlief ein. Die Begegnung hat ihn wieder total fertig gemacht. Super. 

 

 

Jedes Mal wenn wir einen Schritt nach vorne gemacht haben, passiert etwas und wir werden in unserem Training wieder 5 Schritte zurück geworfen. Ich kann es Timmy ja noch nicht mal verübeln, wenn er schnappt oder beißt weil ein unangeleinter Hund auf ihn zustürmt. Und ich kann es ihm ja im Prinzip noch nicht mal übel nehmen, wenn er schon aus der Entfernung andere Hunde anbellt. Wie soll er denn sonst sagen, dass er keinen Bock hat? 

Hier sieht man übrigens ganz gut, was Timmy für ein Riesenbeagle ist :-D
Hier sieht man übrigens ganz gut, was Timmy für ein Riesenbeagle ist :-D

Er reagiert zwar auf Hündinnen anders als auf Rüden, aber letztlich schnuppert er auch da nur kurz und hat keinerlei Interesse mehr. Er hat hier noch eine ältere Hündin, mit der er gerne spielt. Die ist nicht ganz so stürmisch, dass gefällt ihm. Und einen kleinen Dackel Kumpel. Wenn er spielen möchte, kann er also spielen. Und wenn wir auf dem Beagleplatz sind, kann er toben und rennen. Aber das macht er nicht mehr. Er steht lieber da und frisst Gras ;-) Er kann also wenn er will. Aber er will nicht. Und das akzeptieren wir. Und das sollten andere auch akzeptieren. 

Versteht mich nicht falsch. Es kann immer mal eine blöde Situation entstehen. Und ich habe auch schon Fehler gemacht. Timmy ist damals - als er noch ohne Leine gehen konnte - auch zwei Mal zu angeleinten Hunden hingestürmt und zwei Mal sogar auf eine Pferdekoppel. Ich habe mich entschuldigt und habe daraus gelernt. Er kam an die Leine, wenn andere Hunde kamen. Und er kam in der Nähe der Pferde an die Leine. Ganz einfach. Das ist nicht schwer und das tut keinem weh. Warum verstehen das so viele nicht? Wieso ist es so schwer, ein klein wenig Rücksicht auf seine Mitmenschen zu nehmen? Letztendlich müssen unsere Hunde die Fehler von uns ausbaden. Egal, in welcher Art und Weise. 

 

Euer Hund mag der liebste Hund der Welt sein. Meiner ist es nicht. Und deshalb: Ja, der tut was! Der will nicht spielen. 

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Kommentare: 14
  • #1

    Beagle lissy und Frauchen (Mittwoch, 18 Mai 2016 21:08)

    Ärgere dich nicht. Einige Leute werden es nie lerne!!
    Wenn wir auf einen angeleinten Hund treffen Leine ich meinen Beagle immer an. Egal wie oft ich es hintereinander machen muss und es mich evtl. Nervt. Es wird schon einen Grund geben weshalb er angeleint ist und das sollte man respektieren!!!
    Hehe. Unsere 'Mutti' steht beim Beaglespielplatz auch eher am Rand und hat alles im Überblick. Aber das liegt vielleicht auch daran dass sie noch nicht verstanden hat was man mit anderen Hunden machen kann(Laborbeagle)

    Wir drücken euch die Daumen, dass in Zukunft alle Begegnungen friedlich sind.

    P.s. super Seite. Macht echt Spaß es zu lesen.

  • #2

    Trickdog Coffee (Mittwoch, 18 Mai 2016 21:24)

    Das kenne ich leider zu gut. Wenn man sagt, der ist aggressiv "Ist ja nicht schlimm, Meiner muss mal einen drauf kriegen. Das tut ihm auch gut" Aber, dass das für Coffee jedesmal eine Sche*ß Erfahrung ist, weil er sich eben nur verteidigt, wenn ihm etwas sehr unangenhm ist, interessiert die nicht.
    Besonders doof ist ein Ehepaar hier aus dem Dorf mit - wie sollte es anders sein? - Französischer Bulldogge. Die erste Begegnung verlief etwa so:
    Coffee an der Flexi, da wir gerade Fahrrad fuhren und ich für die Schnüffelpausen immer die Flexi dabei hab. Denn Fahrrad schieben und Schleppleine sammeln ist mir zu kompliziert. Wir waren also nicht tatsächlich am fahren, sondern ich schob das Fahrrad während Coffee ruhig schnüffelte.
    Ich von weitem "Können Sie ihren Hund anleinen?" - "Wieso?! Ist ihrer etwa aggressiv??" - ich, innerlich seufzend "Ja!". Hund kam natürlich trotzdem. Coffee hat ihn einmal den Flexiradius weggejagt. "Der ist ja wirklich aggressiv. Halten Sie ihn doch mal fest, meiner hat schon total Angst!" Nein, hatte er nicht. Er kam nochmal aufdringlich und selbstsicher und kassierte nochmal. Und warum soll ich Coffee bitte noch festhalten, wenn er bedrängt wird?
    Übrigens die neuste Begegnung mit dem Ehepaar (in dem Falle aber nur Mann mit Hund) habe ich ihm zum 15ten Mal erklärt dass wir keinen Kontakt wollen, Coffee Plattnasen nicht kennt und nicht mag und nicht bedrängt werden will. Da meint er "Ja, dann gehen Sie doch in die Hundeschule! Meiner will ja nix böses, der will nur mal Hallo sagen und spielen" Danke. Witzig. Mein Hund ist erzogen, seiner nicht, und ich soll in die Hundeschule?
    Leider kann man sich den Mund Fusselig reden, trainieren und alles - es gibt immer uneinsichtige Menschen.

    Was Coffee hilft ist wenn ich ihn verteidige. Dann rastet er auch nicht aus, sondern sieht, Frauchen macht das. Ich werfe dafür dem Hund was entgegen oder (im Sommer) Spritze mit einer Wasserflasche mitten ins Gesicht. Ist eine sehr effektive Variante.

  • #3

    Shiva Wuschelmädchen (Mittwoch, 18 Mai 2016 22:01)

    Hallo Timmy!

    Ach, du Ärmster! Bei mir ist es ähnlich. Ich mag es nicht, wenn andere auf mich zustürmen. Das zeig ich deutlich. Dann bekommt mein Frauli immer zu hören, dass sie mit mir gefährlichem Hund gefälligst in die Hundeschule soll oder noch besser mich ins Tierheim bringen, weil ich ja total aggressiv bin. Frauli macht sich manchmal die Mühe zu erklären, dass ich nur Angst habe und das vorher auch schon deutlich gezeigt habe. Aber manchmal geht sie einfach weiter, sagt mir, wie wundervoll ich bin und wischt die Tränen weg... Es ist so schade, dass die Hundebesitzer sich gegeneinander wenden, anstatt an einem Strang zu ziehen...

    Flauschige Umpfötelung und freundlichen Nasenstups

    Shiva Wuschelmädchen

  • #4

    Claudi und Jack (Donnerstag, 19 Mai 2016 06:57)

    Oh, was für ein bewegender Beitrag! Erst vorgestern, als ich bei Kunden im Hundecoaching war hatten wir dieses Thema und es dehnte sich zu einem fast zweistündigen Gespräch aus! Auf der einen Seite stehen die Leute, denen aus völlig egal ist wie Hundebegegnungen ablaufen und ob ihre Tiere angeleint sind. Auf der anderen Seite gibt es die respektvollen Hundehalter, die ihre Vierbeiner bei Begegnungen mit Fremden anleinen und sich da wirklich auch was draus machen. Was du sagtest, mit den fünf Schritten zurück machen, wenn man gerade einen nach vorn gegangen ist, das ist jedes Mal sehr ärgerlich!

    Uns begegnete neulich am Morgen auch eine alte Dame, die mir vorwarf mein Hund würde "biestig" wenn ich ihn nicht an anderen Hunden schnuppern lasse! Das war der Knaller. Ich habe mir, dumm wie ich bin, ernsthaft die Zeit genommen ihr meine Beweggründe zu erklären. Ich stand da, erzählte ihr weshalb ich Leinenkontakt schon gar nicht möchte. Und sie hat einfach nur verständnislos weiter dumm auf mich eingeredet. Ohne meine Aussagen vielleicht einmal zu überdenken. Nach dieser Begegnung war ich extrem sauer.

    Ich gehe bei unangeleinten Hunden immer davon aus, dass sie frei laufen weil sie abrufbar und verträglich sind. Auch ich lasse Jack deshalb manchmal von der Leine. Doch wenn mir Hund und Halter entgegen kommen, leine ich selbst direkt an. Selbst bei denen, die wir kennen. Einfach weil Jack sich anfangs immer sehr überschwänglich freut. Und das auch bekannte Hunde manchmal überrumpelt. Ruhe ist unser erstes Gebot zur Hundebegegnung und an der Leine lasse ich keinen Hund an den anderen.

    Es wäre alles so einfach, würden sich nur alle daran halten. Aber bei solchen Themen macht sich eben leider immer besonders deutlich bemerkbar, war ein Hundehalter und wer ein Hundeliebhaber ist!

    Ich hoffe für euch, dass euch so unangenehme Begegnungen trotzdem weiterhin so gut es geht erspart bleiben. Behaltet immer einen kühlen Kopf. Bei Vielen ist Hopfen und Malz verloren. :/

    Liebe Grüße von Claudi und Jack :*

    P.S.: Die Bilder sind ja mal wieder alle der Wahnsinn. Wunderschön! Vorallem das Bild von Timmy und Klara! <3

  • #5

    Hundebengel Charly (Donnerstag, 19 Mai 2016 08:22)

    Solche Begegnungen hatten wir leider auch schon öfters. Manche Leute wollen es einfach nicht wahrhaben, dass ein Hund nicht spielen will. Wenn der Besitzer in der Nähe ist, sage ich laut und deutlich, meiner beißt. Das hilft! Ich hoffe, Timmy erhohlt sich gut von der letzten Begenung.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

  • #6

    Anika und Adgi (Donnerstag, 19 Mai 2016 11:39)

    Ihr Beiden,

    das Problem kenne ich.
    Adgi ist sehr verträglich und wahrscheinlich auch zu dusselig (oder zu optimistisch), um lange an Situationen zu hängen, deswegen haben wir uns eine einfache Regel gesetzt: Leinst du deinen an, leine ich meinen an.
    Aber wir können uns das auch erlauben, bei euch ist es verständlicher Weise viiiiel komplizierter.
    Ich muss aber dazu sagen, dass Adgi schon mal "der andere Hund" war, also ohne Leine auf einen angeleinten Hund zugelaufen ist, weil ich abgelenkt war. Aber ich renne rufend und auf die Schenkel klopfend zu Adgi. Ich weiß, dass es doof ist und, weil auch ich manchmal der andere bin, sehe ich es wie du: man hat zu reagieren und auch ein nettes Wort ist angebracht!

    Wir stehen mit euren Worten direkt hinter euch!

    Viele Grüße

    Anika und Adgi

  • #7

    Jasmin (Donnerstag, 19 Mai 2016 12:38)

    Überall hört man von solchen Begegnungen und tagtäglich sieht man sie auch in Parks. es tut mir so leid für Timmy, dass er bereits so schlechte Erfahrungen machen musste. Ich werde niemals verstehen, warum die Hundebesitzer so weit weg von ihren unangeleinten Hunden sind. Sobald ich einen Hund an der Leine sehe hole ich Bailey ran und leine sie auch an. Oder wenn ich sehe, dass ein anderer Hund angeleint wird, sobald Herrchen uns sieht, dann ist es für mich selbstverständlich Bailey auch anzuleinen. Ich werde niemals begreifen, warum das so viele nicht machen.
    Bailey hatte zum Glück noch keine schlechten Erfahrungen, aber bei sehr stürmischen großen Hunden kriegt sie auch Angst und bellt diese an. Manchmal fühle ich mich selber machtlos. Letztens habe ich einen Bernsersennenhund weggeschoben und fortgeschickt. Aber ein Rhodesian Ridgeback der bei uns hier wohnt ist so groß, schwer und ungestüm, wenn ich mich da in den Weg stelle, dann nietet der mich gnadenlos um. Bailey wirft sich direkt auf den Rücken wenn sie den sieht. Nicht unbedingt eine Unterwerfung aber ihre Taktik ihn schnell loszuwerden. Sie ist dann uninteressant für ihn.
    Aber das muss doch nicht sein.
    Hachje leidiges Thema und ich glaube die meisten können echt ein Liedchen davon singen.

    Ich wünsche euch trotzdem ganz viel Erfolg, dass ihr mit dem Training voran kommt.

    LG

    Jasmin

  • #8

    Socke-nHalterin (Donnerstag, 19 Mai 2016 19:27)

    Auch wenn Socke ein wirklich unproblematischer Hund bei Hundebegegnungen ist und zwar mit oder ohne Leine, nehme ich Rücksicht, leine Socke an oder halte die Leine kurz. Denn ich finde es äußert traurig, dass Du einen solchen Beitrag schreiben musst. Leider begegnen mir auch Hundehalter, wie Du sie beschrieben hast. Socke geht an der Leine und der andere Hunde kommt uns ohne Leine zu nah. Auch wenn Socke nichts tut, so möchte ich manchmal keinen Hundekontakt, wenn es Socke schlecht geht. Bei Ihrer aktuellen Luftröhrenentzündung weiß ich nicht, ob sie ansteckend ist. Aber was soll ich machen, wenn der Hundehalter erst später um die Ecke kommt. Wäre vielleicht die gelbe Schleife etwas für Euch. Diese signalisiert ja, dass kein Hundekontakt erwünscht ist und Du müsstest nicht so viel erklären und Timmy nicht so leiden….

    Viele nachdenkliche Grüße
    Sabine mit Socke

  • #9

    Dani (Sonntag, 22 Mai 2016 13:41)

    Hundehalter sein ist nicht leicht. Aber egal wie man es macht, man macht es falsch und muss sich rechfertigen. Ich zb. lasse Inuki nie zu anderen Hunden hinrennen. Er ist nämlich eher so Marke Dampfwalze. Ich halte ihn dann einfach am Halsband fest und warte bis Skadi fertig ist, dann darf Inuki. Dafür muss man sich dann rechtfertigen. Macht man es anderes und die Hunde alles platt walzen ist es aber auch nicht richtig und man muss sich rechtfertigen. Schlimm sowas.

    Ich kann nur soviel sagen, ist der Ruf erst versaut muss man sich mit sowas nicht mehr rumplagen. Ich weiß nicht ob du meinen Artikel gelesen hattest wo ich Inuki mal erlaubt habe einen Pöbler zu jagen (http://pfotenfreunde-whv.de/index.php/manchmal-sitzt-uns-das-kleine-teufelchen-auf-der-schulter/). Seitdem habe ich mit dem keine Probleme mehr. Der Karabiner ist schneller am Hund als ich atmen kann :D

    Liebste Grüße
    Dani mit Inuki und Skadi

  • #10

    Wohlstandshund (Sonntag, 05 Juni 2016 22:43)

    Oh, der Beitrag spricht mir echt aus der Seele. Ich führe leider auch eine problematische Hündin an der Leine, die eben etwas tut. Manchmal wird da der Spaziergang zum Spießrutenlauf, wenn man Straßenseiten wechseln muss oder Gassizeiten anpasst, um solche Zusammentreffen zu vermeiden.

  • #11

    Yasmin (Dienstag, 07 Juni 2016 14:46)

    Ich kenn das nur zu gut und bin Grad, auch wegen der Kommentare den Tränen nahe. Ich habe einen Tierschutz-Hund (DSH-Husky-Mix) von 8 Jahren. Von seiner Vorgeschichte weiß ich nur dass er "ein paar Mal" gebissen wurde. Von Anfang an war er schwierig bei anderen Hunden, verbellt jeden erstmal... Es wird zwar besser, aber wie oft ich mir anhören durfte "meiner tut nix", "die machen das unter sich aus" oder "der ist nur nicht erzogen" kann ich nicht mehr zählen. Meiner ist schwierig, wir arbeiten dran wenigstens an Hunden vorbei gehen zu können, aber es frustriert, wenn ich nach solchen Situationen einen völlig aufgeregten, nervösen Hund beruhigen muss, weil Herrchen es egal scheint, was ich sage. Von daher verstehe ich nur zu gut, was du empfindest und wünsche dir und Timmy eine gute Zeit mit verständnisvollen Hundehaltern.

  • #12

    Very (Dienstag, 07 Juni 2016 18:02)

    Hallo,
    Ich kann dich da voll und ganz verstehen. Meine Beagle-Dame wurde mittlerweile auch schon 3x gebissen und deswegen bellt sie auch schon von weitem. Ich werde zeitgleich auch nervös denn ich weiß ja, dass der Hund in der Ferne wie immer nicht angeleint ist. Natürlich ist auch mein Beagle ein Leinen-Gänger.. Ihr Jagdtrieb ist sehr ausgeprägt. Auch die Lust am spielen hat sie verloren.. Schnuppert und futtert Gras. Trotzdem ist sie die liebste Hundeseele. Schade dass nicht einfach jeder seinen Hund an die Leine legen will. Schon allein aus Schutz vor Unfällen oder eben aus Respekt vor den Menschen welche nunmal Angst vor Hunden haben..
    Liebe Grüße

  • #13

    Silke Gerwien (Freitag, 05 August 2016 15:37)

    Ich lasse meinen Hund ohne den anderen Halter vorher zu fragen nicht zu fremden angelinten hunden hin,kommt uns ein unangeleinter Hund entgegen schau ich ob wir ihn kennen,kennen wir ihn weiss ich ob er leib ist oder nicht,kennen wir ihn nicht schauen wir auf die Körpersprache,ist dera ndere nicht friedlich bitte ich den anren Halter seinen Hund festzhalten,zu 99% klappt es oder ich weiche aus wenns geht,eine Freundin von mir hat eine Beaglehündin,die durfte immer zu jeden Hund hinlaufen ob fremd oder nicht ob frei oder angeleint,irgendwann hatte ihr Hund mal durchfall, da sagte ich zu ihr das kann sich Dein hund schnell holen wenn er zu jeden Fremdem auch angleinten Hund hindarf und den Beschnüffelt,ich sagte ihr mal fremde angeleinte Hunde sind Tabu, da lässt man seinen nicht einfach hinlaufen,es hat einen Grund warum der andere Hund angeleint ist,er kann bissig Sein oder Krank sein,es steht nicht draufgeschrieben,was will sie machen wenn der andere Hund bissig ist,macht nichts sagte sie zu mir mein Hund kann ja wegehen,genauso durfte mein Hund nie durchknurren anderen Hunden mitteilen,sie möchte nicht bedrängt oder beschnüffelt werden von fremden Hunden,nun ist es ihr Hund der ANDERE hUNDE ZEITWEISE ANKNURRT WENN SIE NICHT BESCHNÜFFELT WERDEN WILL;IHRER dARF ES MEINER NICHT;MEIN hUND HAT SICH DOCH BITTE ALLES GEFALLEN ZU LASSEN VON ANDEREN HUNDEN,da habe ich ihr mal gesagt was sache ist,mein Hund braucht sich nichts gefallen zu lassen nur weil sie klein ist mit 30 cm und ihr Beagle grösser ist mit mindestens 40 cm.Das passte ihr garnicht,nun ist es so das ihr Hund auch mal einmal mehr an die Leine kommt wenn andere Hunde angeleint entgegen kommen,den durchfall kann ihr Hund natürlich auch dadurch gehabt haben weil ihr Hund allen mist und Dreck frisst was drausen herumliegt,sie kann es ja nicht kontrollieren wenn der Hund fei ist und nicht gehorcht,aber ich denke das ist Typisch Beagle,mein erster Hund hat nichts genommen was draussen herumlag,den hatte ich von welpe an,der jetzige Hund kommt aus dem Tierschutz im alter von 2 bis 2 1/2 jahren vermutlich Strassenhund,der nimmt auch von anfang an nichts was draussen leigt ohne das ich jemals was gesagt habe,woran liegt das das die Beagle alles aufnehmen was da liegt,ist das die Rasse weil die so verfressen sind?

  • #14

    Beagle Timmy und Elke (Donnerstag, 02 Februar 2017 00:27)

    Ich verfolge euren Blog schon seit über einem Jahr und finde so viele Parallelen zu unserem Hundealltag. Unser Beagle heißt auch Timmy (4,5 Jahre) , ein lustiger quirliger Kerl. Er geht auch immer an der Schleppleine, manchmal wenn wir bekannte, nette Hunde treffen , leine ich ihn kurz zum spielen ab (aber niemals im Wald, denn er hat einen starken Jagdtrieb). Die immer wiederkehrenden Sprüche v.w. ...oh,der arme Hund darf nie freilaufen...oh, der arme Hund braucht mehr Hundekontakt,... , nerven heute immer noch. Trotz Schleppleine sind unsere Spaziergänge nicht langweilig, es werden Leckerlis versteckt oder ich verliere den Handschuh und Timmy apportiert ihn u.v.m.. Timmy wurde mehrmals von anderen freilaufenden Hunden gebissen(... ja,ja, das haben die noch nie getan..), einmal so heftig, dass er eine blutende Wunde hatte und wir zum Tierarzt mussten. Danach war er 3 Tage total verstört und entwickelte eine Leinenaggression , die zwar durch positive Konditionierung besser geworden ist, aber durch wiederkehrende negative Hundebegegnungen gibt es immer wieder Rückschritte. Manchmal "bellt" nicht nur Timmy, sondern auch ich die ignoranten Hundebesitzer an (... ich weiß, darf ich eigentlich nicht, sonst denkt Timmy ich belle mit, aber manchmal ist man so wütend und ohnmächtig..).Auf unseren Spaziergängen weichen wir mittlerweile unsymphatischen Hunden und Hundehaltern aus. Als Timmy in die Familie kam ,waren wir hochmotiviert, obwohl wir wussten, dass Beagle keine Anfängerhunde sind. Der Besuch einer Hundeschule war selbstverständlich, doch das war auch eine Pleite. Die Hundetrainer waren teilweise sehr inkompetent(...nachdem ich viele gute Hundebücher gelesen habe, glaube ich das beurteilen zu können...) und auch unhöflich!!! Im Beagleclub haben wir dann netten Anschluss gefunden und viel gelernt. Wir haben sogar zwei Beagle-Diplom-Prüfungen geschafft, doch die Begleithundprüfung liegt in weiter Ferne, "dank" seiner Leinenaggression ist der Prüfungsteil Hundebegegnung unser großes Handicap. Timmy soll kein Superhund werden, doch etwas mehr Freilauf wäre schon schön. Wir wünschen euch weiterhin starke Nerven für den Beagle-Alltag und freuen uns schon auf weitere interessante Artikel auf eurem Blog.

    LG Beagle Timmy und Elke