Fotografie | Objektive Teil I 

von Vicky 

 

Es gibt sie in Hülle und Fülle. Groß. Klein. Schwer. Leicht. Weitwinkel. Festbrennweiten. Telezoom. Zoom. Makro. Fish-Eye... Richtig. Die Rede ist von Objektiven. 

 

Im letzten Beitrag ging es um die Wahl der richtigen Kamera. Wie bereits dort erwähnt, nützt die beste Kamera nichts, wenn man kein (ordentliches) Objektiv hat. Deshalb will ich euch heute ein wenig über die verschiedenen Objektive und deren verwirrende Bezeichnungen erzählen. 

 

Ihr solltet natürlich vorher schon in etwa wissen, was ihr fotografieren möchtet. Portraits von Menschen? Landschaften? Wildtiere? Hunde? Pferde? Architektur? Hochzeiten? Oder von allem etwas? Denkt in Ruhe darüber nach, morgen gibt es dazu konkrete Beispiele ;-) 

 

Wir fangen erstmal mit den im letzten Beitrag angesprochenen Kit-Objektiven an. Diese gibt es beim Kauf dazu und man spart dadurch ein paar Euros. Kit-Objektive sind vielseitig einsetzbar und reichen für die ersten Schritte mit der DSLR auf jeden Fall aus. Es sind gute Objektive, mit denen man durchaus nette Fotos schießen kann. Fraglich ist eben, ob sie zum eigentlichen Zweck taugen. Ihr müsst euch halt bewusst sein, dass da ggf. noch hohe Kosten auf euch zu kommen können, da euch das Kit-Objektiv eben nicht ausreicht. Zum üben finde ich es aber gut. Zu meiner ersten Kamera bekam ich gleich zwei Kit-Objektive dazu, zu meiner zweiten Kamera eines. Um die Theorie aufzulockern, zeig ich euch erstmal Beispielbilder meiner beiden Kit-Objektive. 

Ile aux Cerfs, Mauritius Daten: 34mm 1/400 F/10
Ile aux Cerfs, Mauritius Daten: 34mm 1/400 F/10

Aufgenommen mit dem 18 - 105 mm 1:3,5-5,6 

Das Kit-Objektiv finde ich super und nutze es nach wie vor gerne auf Reisen.

Summer, Englische Bulldogge. Daten: 155 mm 1/500 F/5.3
Summer, Englische Bulldogge. Daten: 155 mm 1/500 F/5.3

Aufgenommen mit dem 55 - 200 mm 1:4-5,6

Bei diesem Shooting bin ich mit dem Objektiv an meine absolute Grenze gestoßen und es wurde nach 2 Monaten ersetzt. Für die Tierfotografie war es nicht geeignet. 


Hier seht ihr, dass da jede Menge Zahlen drauf stehen...
Hier seht ihr, dass da jede Menge Zahlen drauf stehen...

 

Was heißen denn diese ganzen Zahlen? 

 

Die Zahl vor den mm bezeichnet den Brennweitenbereich. Quasi den Abstand zu eurem Motiv. Das bedeutet: Je kleiner die Zahl, desto weiter raus zoomen könnt ihr (Desto mehr passt auf das Bild). Je größer die Zahl, umso näher ran zoomen könnt ihr (Desto weniger passt auf das Bild). 

 

Folgende Bilderreihe veranschaulicht euch das. Ich saß bei jedem Bild an der selben Stelle und habe lediglich gezoomt (Die Bilder sind nicht schön, aber erfüllen ihren Zweck ;)): 

18 mm

35 mm

50 mm

85 mm

105 mm


Und die restlichen Zahlen? 

 

Diese geben die Blende an. Jetzt wird es verwirrend, aber ich gebe mir Mühe es verständlich zu erklären. 

 

Je kleiner die Blendenzahl (z.B. 1,4 oder 2,8) desto offener ist die Blende. Es fällt also MEHR Licht ein. 

Je größer die Blendenzahl (z.B. 10, 16) desto geschlossener ist die Blende. Es fällt WENIGER Licht ein. Lichtstarke Objektive (kleine Zahl) sind in der Regel teurer, aber deutlich besser. (Zur Blende gibt es nächste Woche noch mehr.)

 

 

Auf dem Kit-Objektiv stehen also mehrere Zahlen. In unserem ersten Beispiel nämlich 1:3,5-5,6. Die erste Zahl (3,5) steht für den Wert, wie weit die Blende bei kleinster Brennweite geöffnet werden kann. Die zweite Zahl (5,6) gibt an, wie weit die Blende bei größter Brennweite geöffnet werden kann. Geschlossen werden kann sie immer bis zum Maximum. 

 

Also bei 18 mm kann die Blende bis zu einer Blendenzahl von 3,5 geöffnet werden. 

Bei 105 mm kann die Blende nur noch bis zu einer Blendenzahl von 5,6 geöffnet werden. Das heißt, hier fällt bereits wesentlich weniger Licht ein. 

 

Verwirrend, ge? 

 

Folgende Bilder sollen den Effekt der Blende mal verdeutlichen. Beide sind bei 18 mm aufgenommen, damit man den Unterschied besser sieht. Das Bild rechts ist bereits deutlich dunkler. 

18 mm und Blende 3,5

18 mm und Blende 5,6 


 

 

 

 

Jetzt gibt es aber Objektive, auf denen nur eine Zahl steht. Sowohl bei der Brennweite, als auch bei der Blende. Steht vor den mm nur eine Zahl zum Beispiel 35, 50 oder 85 dann handelt es sich um eine so genannte Festbrennweite. Das bedeutet, mit diesen Objektiven kann man NICHT zoomen, sondern man muss sich selber auf das Objekt zu bewegen. Ich fand Festbrennweiten anfangs gewöhnungsbedürftig, weil man plötzlich mehr laufen muss ;-) Mittlerweile fotografiere ich damit aber sogar fast lieber. 

Wenn bei der Angabe zur Blende nur eine Zahl steht, wie zum Beispiel 1:1,8 oder 1;2,8 dann bedeutet das, dass die Blende bei JEDER Brennweite bis zu dieser Blendenzahl geöffnet werden kann. Mein liebstes Outdoor-Objektiv ist zum Beispiel das 70 - 200 mm 1:2,8.

 

Na, wisst ihr bereits was das bedeutet?

 

Richtig. Egal ob ich eine Brennweite von 70, 100, 150 oder 200 mm einstelle. Ich kann jederzeit die Blende bis 2,8 öffnen. Ich persönlich fotografiere am liebsten mit möglichst offener Blende, weshalb für mich bisher nur Objektive mit einer durchgängigen Blende von 2.8 und kleiner in Fragen kamen und vermutlich auch kommen werden (abgesehen natürlich das Kit-Objektiv). Warum das so ist, erkläre ich euch aber erst nächste Woche. Denn die Blende kann nämlich noch viel mehr. 

 

IS, VC, OS, DX, FX, EF, USM... Bitte was? 

 

Ja... Manchmal findet man auch einige Abkürzungen auf den Objektiven. Diese sind von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich, deswegen würde es jetzt hier den Rahmen sprengen alle zu erklären. 

Hier nur ein kurzes Beispiel dazu.

 

Korrekt heißt mein Sigma nämlich: 

 

Sigma 70-200 mm F2,8 EX DG OS HSM*

 

70-200 mm = Brennweite

F2,8 = Blende  

EX = Exclusive = Profi-Objektiv der EX-Serie 

DG = Digital Grade = ebenfalls an Vollformat-Kameras nutzbar (Wichtig, falls ihr eine Vollformat-Kamera nutzt. Aber wenn ihr Einsteiger seid, geh ich nicht davon aus.) 

OS = Optical Stabilizer = Bildstabilisator 

HSM = Hypersonic Motor = leiser und schneller Motor 

 

Hier findet ihr eine Übersicht der Abkürzungen verschiedener Hersteller. 

Merke: Objektive für Nikon sind übrigens in der Regel teurer als vergleichbare Canon Objektive. Dabei müssen es aber gar nicht immer diese Marken sein. Denn auch von Sigma und Tamron gibt es durchaus super Objektive. Ich selbst nutze zwei Sigma Objektive und ich finde sie super. 

 

Das waren einige Informationen wieder, oder? Ich hoffe, ich konnte sie euch dennoch gut rüber bringen und anhand der Bilder gut erklären. Morgen möchte ich kurz darauf eingehen, welches Objektiv denn für welchen Zweck geeignet ist.  Nächste Woche geht es dann um die Zahlen, die ich manchmal unter meine Bilder schreibe. Iso, Belichtungszeit und die Blende. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Windspielmama (Montag, 07 März 2016 22:43)

    Sehr schön erklärt ! Ich werde deinen Artikel gerne weiterempfehlen, wenn ich das nächste Maö zum Thema Fotografie befragt werde. Lg