Hund allein zu Haus - Wie klappt das?

von Vicky 

 

Wir haben das Glück, dass Timmy mittlerweile entspannt zu Hause bleiben kann. Allerdings war das nicht immer so. Denn gerade Beagles haben als Meutehund häufig ein Problem damit. Nicht selten hört man davon, dass der Hund keine 5 Minuten alleine bleiben kann. Aber nicht nur Beagle tun sich mit dem alleine bleiben schwer, auch Hunde anderer Rassen müssen dies häufig erst lernen. Bei Timmy hat es ganze 2,5 Jahre gedauert. Allerdings muss ich hier dazu sagen, dass er es eben nicht von Anfang an gelernt hatte. Er hat seinem Unmut immer sehr lautstark Luft gemacht. Wer schon mal das Beagletypische bellen gehört hat, weiß was ich mit lautstark meine. Er hat alles zerstört, was ihm in die Schute kam. Bedingt durch dieses Verhalten folgten 2 Wohnungswechsel, auf Grund einiger Beschwerden (und dem eh drohenden Rausschmiss). 

 

Wie dem auch sei... Timmy hat alles zerstört. Meine Mutter hatte ihn mal aus versehen in meinem damaligen Zimmer eingesperrt, als er gerade 2 Wochen bei mir war. Anstatt er (wie sonst auch) einfach mal bellt, hat er kurzerhand das komplette Zimmer auseinander genommen. Alle Bücher aus dem Regal geholt und zerfressen, Klamotten verteilt, die Blumen vom Fensterbrett ins Bett geschmissen... 

Die Zeiten sind vorbei. Heute leert er maximal den Mülleimer aus, wenn wir vergessen diesen weg zu stellen. Bellen tut er nur, wenn jemand am Fenster vorbei läuft, der ihm nicht passt. Das ist relativ selten.

 

Ein im Vergleich relativ harmloses Bild von damals habe ich auf meiner Festplatte noch gefunden... Das war Timmys Werk, als er alleine war...
Ein im Vergleich relativ harmloses Bild von damals habe ich auf meiner Festplatte noch gefunden... Das war Timmys Werk, als er alleine war...

 

Eins muss ich aber dazu sagen: Timmy kann nur bei uns zu Hause alleine bleiben. Überall anders klappt es nicht. Sollten wir umziehen, müssen wir wieder ganz von vorne anfangen. 

 

Aber wie haben wir das geschafft? Mit viel Geduld und in ganz kleinen Schritten. Wobei ich zugeben muss, dass Timmy dann relativ schnell (ca. 3 Monate) verstanden hat, was Sache ist.

 

Ich empfehle jedem, direkt in den ersten Tagen nach dem Einzug mit dem Üben anzufangen. Dies geht in ganz kleinen Schritten, in dem ihr einfach mal kurz den Raum ohne Hund verlasst und die Tür schließt. Die Dauer eurer Abwesenheit erhöht ihr dann ganz langsam (Fangt mit ein paar wenigen Sekunden an.) Ihr könnt den Hund hierzu auch auf seinen Platz schicken, so fern er dies schon versteht. Es ist natürlich hilfreich, wenn sich euer Hund vorher lösen konnte und sowieso etwas kaputt ist. 

 

Wichtig: Sollte euer Hund jaulen oder bellen, wartet in jedem Fall mit dem Türe öffnen, bis er ruhig ist. Ansonsten denkt euer Hund: "Yeah, wenn ich Krawall mache, kommen die Zweibeiner wieder." 

 

Ihr könnt natürlich auch die Wege zur Mülltonne oder zum Briefkasten zum trainieren nutzen. Verlasst wortlos die Wohnung und betretet diese ebenso wortlos danach wieder. Das ganze steigert ihr dann, in dem ihr euch zum Müll weg bringen eure Jacke anzieht, den Schlüsselbund nehmt etc. Eben all die Dinge, die ihr in der Regel tut, wenn der Hund eigentlich mit kommt. Also zieht euch an, geht zur Mülltonne, geht wieder rein, zieht euch aus und verhaltet euch ganz normal. Je öfter ihr dieses Ritual wiederholt und die Zeiten langsam (!) verlängert, desto besser lernt der Hund das dies ganz normal ist. Nach ein paar Wochen könnt ihr dann anfangen, kürzere Wege zu erledigen.


Wichtig: Einigen Hunden hilft es, wenn sie während eurer Abwesenheit nur einen begrenzten Raum zur Verfügung haben (nur das Wohnzimmer bspw.). Timmy kann dies nicht. Er hat die gesamte Wohnung zur Verfügung. Denn so bald er das Gefühl hat das man ihn einsperrt, macht er etwas kaputt. Passt auf, dass eure Wohnung sicher ist und sich euer Hund nicht verletzen kann (Treppen, Kabel etc.). 

 

Es ist natürlich immer hilfreich, wenn euer Hund vor dem alleine bleiben ausgelastet wird. Bei einigen Hunden, wie zum Beispiel Timmy, ist das nicht immer möglich. Wenn wir vor der Arbeit 4:45 Uhr (oder auch mal 3:45 Uhr) mit ihm raus gehen, dann macht er seine Geschäfte und dreht auf direktem Weg wieder um. Kaum hab ich die Tür aufgeschlossen, rennt er ins Bett und legt sich hin. Ihn früh auszulasten, ist nicht möglich. Er hat da schlichtweg keinen Bock zu. Wenn wir erst später aus dem Haus müssen, dann gehen wir früh natürlich eine große Runde und lasten ihn auch aus. In beiden Fällen schläft er aber ruhig, wenn wir nicht da sind. 

 

So sieht Timmy aus, wenn man ihn morgens wecken möchte... Nicht sonderlich motiviert.
So sieht Timmy aus, wenn man ihn morgens wecken möchte... Nicht sonderlich motiviert.

Tipp: Ihr könnt eurem Hund einen gefüllten Kong anbieten oder Leckerlis verstecken, eh ihr die Wohnung verlasst. Das überbrückt ein wenig den Trennungsschmerz. Wir wählen meist die Variante mit den Leckerlis, da ich persönlich Timmy ungern mit Spielzeug alleine lasse. 

 

Zusammenfassend heißt das: 

 

  • trainiert langsam und in kleinen Schritten 
  • macht das Zimmer / die Wohnung hundesicher, wenn der Hund alleine bleibt
  • versucht den Hund immer auszulasten, eh er alleine ist
  • versteckt ein paar Leckerlis, um die Trennung zu erleichtern 
  • verhaltet euch beim verlassen der Wohnung stets normal 

Übrigens haben wir Timmy in der Anfangszeit überwacht... Er läuft mal umher, guckt mal in die Küche ob es etwas essbares zum klauen gibt und er legt sich anschließend liebend gern auf den Stubentisch. Ansonsten schläft er entweder im Bett oder auf der Couch. Wenn er unsere Autos hört, kommt er zum Fenster und begrüßt uns. 

 

Bevor die Frage kommt: Wir versuchen natürlich ihn so oft es geht mit zu nehmen oder ihn wahlweise zu meiner Mutter / Oma zu geben. Das funktioniert aber nicht immer und so muss er eben auch mal alleine zu Hause bleiben. Vor allem, wenn wir arbeiten müssen. 

 

Wie ist das bei euch? Hat es von Anfang an geklappt mit dem alleine bleiben? Oder muss euer Hund gar nicht alleine bleiben? 

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Shiva Wuschelmädchen (Dienstag, 23 Februar 2016 15:48)

    Hallo Timmy und Vicky,

    ooooh ja, das Alleinbleiben. Also ich hatte das Glück, dass keiner meiner Hunde damit ein Problem hatte.
    Als Jenny bei mir einzog, war meine Oma bereits in Rente (3-Generationen-Haus) und hat den Zwerg immer rausgelassen, dass die Kleine während ich in der Schule war, nicht alleine war. Später hat sie es einfach verinnerlicht, dass immer jemand im Haus ist und sie niemals ganz alleine ist. Selbst, wenn keiner in der Wohnung war oder das ganze Haus leer. Sie kam nie in die Verlegenheit das Haus verteidigen zu müssen.
    Rocky hat es ähnlich gelernt. Meine Großeltern waren da dann beide daheim, selbst wenn ich arbeiten war, war er nicht alleine. Als ich von Berufs wegen umgezogen bin, hab ich ihn mit genommen und konnte ihn mit zur Arbeit nehmen. Nachdem das nicht mehr ging, hab ich meinen Job gekündigt, mir was neues gesucht und bin wieder ins Elternhaus gezogen.
    Shiva hatte Anfangs vor allem und jedem Angst, nur zu meinen Eltern hat sie eine enge Beziehung aufgebaut - mittlerweile war meine Mama auch in Rente und die kleine Maus konnte sich ihre Sicherheit dort holen. Dann bin ich zwar ausgezogen und sie musste den ganzen Vormittag auf meine Gassigänger oder mich warten, aber ich hab sie per Video überwacht und sie hat eigentlich nur gepennt oder zur Glastür rausgeschaut. Mittlerweile wohnen wir wieder im Elternhaus und Shiva ist so gut wie nicht alleine.

    Wer ein Problem mit dem Alleinbleiben hatte, das war Munin - der Beagle meines Bruders. Der arme Knopf hat das ganze Haus zusammengebellt. Er hat es erst wirklich gelernt, als er schon über 3 Jahre alt war und da auch nur, nachdem sein Freiraum auf ein Zimmer beschränkt wurde. Seitdem klappt es aber perfekt und meistens kann er auch zur Arbeit mit oder die studierende Ehefrau ist daheim bzw. nimmt ihn mit zur Uni. Aber das war ein hartes Stück Arbeit. Da hatten meine Hunde es eindeutig einfacher, weil ich beruflich in der Gegend geblieben bin und die Nähe zum Elternhaus perfekt war.
    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva

  • #2

    Vicky und Timmy (Donnerstag, 25 Februar 2016 14:10)

    Schön, dass es bei euch so gut klappt und Shiva fast nie alleine ist. Auch wenn Timmy keine Probleme mehr mit dem alleine bleiben hat, so wäre er mit Sicherheit doch auch froh, wenn immer jemand bei ihm sein könnte. Wobei... Vielleicht ist er auch mal froh, seine Ruhe vor dem Frauchen zu haben :-D

  • #3

    Privat (Freitag, 07 April 2017 15:59)

    Einen Hund habe ich leider noch nicht aber ich recherchiere. Wenn der kleine Welpe dann da ist fällt mir alles nicht so schwer. Ich finde was du geschrieben hast klingt sehr als würde es funktionieren. Danke für die Tipps