Warum ein Maulkorb sinnvoll ist

Quelle des Bildes: www.bumas.at*
Quelle des Bildes: www.bumas.at*

von Vicky 

 

Heute starten wir mit einer neuen kleinen Serie** auf unserem Blog. Es geht um den bei vielen (zu unrecht) verpönten Maulkorb. 

 

Jeder von uns hat doch bestimmt schon mal einen Hund gesehen, welcher einen Maulkorb trug, oder? Was waren dabei eure ersten Gedanken? Als wir Timmy noch nicht hatten, verband ich mit Maulkorb immer sofort einen aggressiven Hund. Warum sollte dieser denn sonst einen Maulkorb tragen? 

 

Heute weiß ich es besser... 

 

Ich denke, viele Nicht-Hundehalter und sicherlich auch manche Hundehalter, denken ähnlich. Deshalb wollen wir mit unserer kleinen neuen Serie ein wenig aufklären und zeigen, dass ein Maulkorb nichts schlimmes ist. 

 

Warum braucht Hund einen Maulkorb? 

 

Es gibt viele Situationen, in denen ein Maulkorb hilfreich sein kann. Gehen wir erstmal von Timmy aus.

 

Timmy hat wahnsinnige Angst beim Tierarzt. Er zittert ganz schlimm, ich allein kann ihn nicht festhalten und wir müssen immer zu zweit zu den Untersuchungen. Unsere Tierärztin schlug dann vor, dass wir ihm einen Maulkorb aufsetzen könnten. Timmy war bereits an einen Maulkorb gewöhnt und so lies er sich diesen problemlos aufsetzen. Uns siehe da: Mit Maulkorb war Timmy ruhiger. Er musste nicht mehr so stark fixiert werden und dadurch entspannte er sich tatsächlich ein wenig. Auch für Hunde, die unter Angst beißen, ist dies natürlich hilfreich.

 

Ein weiterer Grund für uns, Timmy an einen Maulkorb zu gewöhnen, war die damalige Giftköderproblematik. Wir sind hin- und wieder in Erfurt unterwegs und dort war es eine Zeit lang sehr schlimm. Beagletypisch möchte Timmy alles fressen, was ihm vor die Schnute kommt. Wenn er an der 15 Meter Schleppleine läuft, sieht man natürlich nicht sofort was er frisst. Uns war das ganze zu gefährlich und so trug er in bestimmten Gegenden draußen einen Maulkorb. Damit konnte er Fressen nicht aufnehmen und wir fühlten uns einfach sicherer. 


Auch in öffentlichen Verkehrsmitteln wird häufig ein Maulkorb verlangt. In Erfurt werden Hunde zum Beispiel nur mit Maulkorb befördert. In wie fern das kontrolliert wird, kann ich selber nicht einschätzen, da wir mit Timmy nicht mit den Öffentlichen fahren. Aber im Urlaub hatten wir überlegt, mit Timmy eine Schifffahrt zu machen. Hier hätte er ebenfalls einen Maulkorb gebraucht. 

 

Im Thüringer Hundegesetz ist außerdem verordnet, dass Listenhunde*** außerhalb des eingefriedeten Besitztums Maulkörbe tragen müssen. 

 

Hilfreich ist ein Maulkorb ebenfalls für unsichere Hunde. Oder für Hunde die mit bestimmten Gruppen schlechte Erfahrungen gemacht haben (Angst vor Männern, vor Kindern oder vor anderen Hunden). Viele kennen das bestimmt: Fremde kommen an und streicheln ungefragt euren Hund. Meistens natürlich auch vorn übergebeugt, direkt auf dem Kopf. Timmy findet das doof, lässt es aber über sich ergehen.  Aber nicht alle Hunde reagieren so. Ähnlich verhält es sich auch mit Hunden, die z. B. sehr stürmisch frontal auf den eigenen Hund zu rennen.

 

Für Kranke Hunde kann ein Maulkorb ebenfalls sinnvoll sein. So verhindert er z. B. das permanente Lecken oder anknabbern einer Wunde. 

 

Das soll natürlich nicht heißen, dass z. B. jeder unsichere oder kranke Hund Maulkorb tragen muss. Aber wir finden, jeder Hund sollte für den Fall der Fälle an einen Maulkorb gewöhnt sein. 

 

Ihr seht also: Ein Maulkorb schützt vor allem auch den Hund selber. Und vor allem bedeutet er nicht: "Achtung! Ich bin ein ganz gemeingefährlicher Hund"

 

Wir hoffen, dass wir euch mit dem ersten Artikel den Einsatz eines Maulkorbes ein wenig näher bringen konnten. Im nächsten Artikel stellen wir euch die verschiedenen Maulkörbe vor, die es auf dem Markt gibt. Außerdem zeigen wir euch unseren absoluten Favoriten. 

 

Wie ist das bei euch? Habt ihr einen Maulkorb? Wenn ja, in welchen Situationen benötigt ihr ihn? 

 

*Bildquelle: www.bumas.at 

**Die Serie ist in Kooperation mit BUMAS entstanden

** Zum Thema Listenhunde gibt es demnächst einen kleinen, gesonderten Artikel 

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Kommentare: 2
  • #1

    Abby (Donnerstag, 26 November 2015 10:31)

    Sehr toller Beitrag und so wahr.
    Wir sind ab und an mal Bahn und Bus gefahren und bei uns in Leipzig "muss" man auch einen Maulkorb tragen... Sagen wir es so, es hält sich keiner dran und dann sieht es natürlich total komisch aus, wenn so ein großer, weißer Hund mit Maulkorb reinkommt. Da denkt sicher auch der ein oder andere "Oh, der muss gefährlich sein", dabei halten wir uns nur an die Regel... Naja..

  • #2

    Lina (Dienstag, 01 Dezember 2015 20:27)


    Ich bin immer wieder froh, positive Beiträge über den Maulkorb zu lesen.
    Einige Monate lang ist mein Hund auch mit einem rumgelaufen. Ihm fehlt ein wenig Frustrationstoleranz. Bei großen Aufregern möchte er sich nicht gerne reglementieren lassen und hat dann manchmal die Tendenz zuzuschnappen..
    Auch wenn es in den wenigen Fällen nur uns betraf und es immer nur kleine Kratzer waren, wollte ich kein Risiko eingehen.
    Auffällig und schade ist, dass die meisten Leute sofort Angst vor einem Hund mit Maulkorb haben. Dabei sind Hunde doch mit dieser Sicherung die ungefährlichsten!
    Viele Grüße
    Lina