Züchter oder Tierheim? 

Heute kommen wir bereits zum 4. Teil unserer Blogreihe „Ein Hund soll einziehen“. Diesmal befassen wir uns mit der Frage, woher man seinen neuen vierbeinigen Freund bekommen kann. Ich möchte dazu vorher kurz etwas anmerken. Meiner Meinung nach, ist das jedem seine eigene Entscheidung, ob er sich für einen Hund vom Züchter oder aus dem Tierheim entscheidet. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass unsere Tierheime mehr als voll sind. Aber ich kann es auch nachvollziehen, wenn man dennoch den Weg zum Züchter wählt.

Ich bin mir bewusst, dass dies ein Thema ist, welches meiner Erfahrung nach häufig zu Unstimmigkeiten führt. Aber mir ist eben auch aufgefallen, dass Menschen die sich für einen Hund interessieren, vielmals einfach noch nicht wissen, auf was sie achten müssen beim Kauf. Und deshalb möchte ich euch  hier kurz verschiedene Möglichkeiten aufzeigen.


Züchter

Eins vorweg: Hundezüchter ist kein geschützter Beruf. Jeder der Hunde verpaart, darf sich letztlich Züchter nennen. Es gibt sie wie Sand am Meer und es kann mitunter sehr schwierig werden, den richtigen unter ihnen zu finden. Die meisten lieben ihre Tiere und kümmern sich liebe- und verantwortungsvoll um sie. Aber leider gibt es auch immer wieder schwarze Schafe unter ihnen. Züchter gehören in der Regel einem Zuchtverband an. Zum Beispiel dem VDH oder dem ICR e.V. Wenn man dort Mitglied ist, verpflichtet man sich nach bestimmten Gesichtspunkten und Zuchtordnungen zu züchten. Ziel von Züchtern ist es, bestimmte Merkmale und Eigenschaften zu verstärken, zu erhalten oder zu verdrängen.


Wie erkennen Sie einen guten Züchter?

  • kann über alle Eigenschaften und Besonderheiten seiner Rasse informieren

  • steht Ihnen jederzeit (vor und nach dem Kauf) mit Rat und Tat zur Seite

  • hat selbst nur wenige Zuchttiere

  • berät Sie ehrlich, ob die Rasse für Sie geeignet ist

  • stellt Ihnen viele Fragen

  • will Sie vorher persönlich kennen lernen, mehrfache Besuche sind sogar erwünscht

  • man kann die Mutterhündin und die Welpen besuchen, sich das gesamte Lebensumfeld ansehen

  • die Welpenkiste/Welpenzimmer ist sauber

  • lebt nicht von der Zucht!

  • hat in der Regel maximal zwei Rassen zur Zucht

  • zwischen zwei Würfen einer Hündin liegt mindestens (!) 1 Jahr

  • die Welpen werden nicht vor der 8. Woche abgegeben

  • die Welpen werden geprägt und sozialisiert

  • die Hunde machen alle einen gesunden und fitten Eindruck

  • die Welpen sind geimpft, gechipt und entwurmt (tierärztlich untersucht)

  • es existiert ein Kaufvertrag

  • achten Sie auf Ihren ersten Eindruck, vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl


Befreundete Züchter:


Beagles von der Sonnenburg


Golden Retriever of Princesswell 


Tierheim / Tierschutzvereine 


Jährlich landen etwa 400.000 Tiere in den Tierheimen! Entgegen aller Annahmen, sind die wenigsten von Ihnen abgegeben wurden, weil sie „verhaltensgestört“ sind, sondern aus Zeitmangel, wegen Trennung oder Scheidung oder aus Geldmangel. Die meisten sind ganz normale Hunde! Eine schreckliche Vergangenheit haben wenige und letztlich bleibt jeder Hund ein Überraschungspaket. Auch in Tierheimen findet man häufig Rassehunde (z. B. Beagle, weil sich die Halter vorher nicht über ihren Charakter informiert haben und einfach überfordert waren) und manchmal auch Welpen. Schaut euch ruhig mal bei euren Tierheimen vor Ort um. Die Tierheime freuen sich auch immer über Hilfe! Ihr könnt Futter spenden, ehrenamtlich helfen oder mit den Hunden Gassi gehen. Wenn ihr also keinen Hund aus dem Tierheim adoptieren wollt oder könnt, könnt ihr Ihnen vielleicht auf diese Weise helfen.  


Hier sind ganz tolle Vereine, auch aus unserer Nähe, die absolut unterstützenswert sind!


Die Seelentröster - Tiere helfen Menschen 


Tierschutzsupport Thüringen 


Schwierige Felle e.V. - Hilfe für Problemhunde


Tasso Shelta 

Auslandstierschutz 


Es gibt unzählige Vereine, die sich für die Hunde in Rumänien, Spanien, Fuerteventura, Italien, Ungarn etc. einsetzen. Dort gibt es wahnsinnig viele (Straßen)Hunde, die auf die Hilfe dieser Vereine angewiesen sind. In Spanien gibt es  z. B. viele ausrangierte Jagdhunde (meistens Podencos oder Galgos), die nach ihrem Einsatz einfach ausgesetzt oder getötet werden. Sie werden dann eben nicht mehr benötigt und werden zum lästigen Anhängsel. Ich finde es super, dass es Vereine gibt, für die Tierschutz nicht an der Grenze aufhört. So lange wie ordentlicher Tierschutz betrieben wird 

und die die Hunde nicht wahllos nach Deutschland gekarrt werden - egal ob krank oder gesund oder ob sie bereits hier ein neues zu Hause haben oder nicht - finde ich super. Das ist meiner Meinung nach sehr unterstützenswert und sinnvoll. Auch finde ich Hilfe vor Ort z. B. durch Kastrationsprojekte und Aufklärung sehr gut und manchmal sogar noch sinnvoller. 


Folgende Vereine wurden mir von Bekannten empfohlen:


Tierschutzverein Spanien e.V. 

Tierschutzverein Italien e.V.

Laborhunde 


Ein Thema welches mir als Beaglebesitzer besonders am Herzen liegt, sind die Laborhunde. Nach wie vor werden für unzählige Produkte Tierversuche durchgeführt. Hierfür werden – auf Grund ihres Charakters – vielmals Beagle eingesetzt. Das einzig positive an der ganzen Sache ist, dass viele Hunde das Labor lebend verlassen dürfen und somit die Chance auf ein Leben in Freiheit bekommen. Es sind in den meisten Fällen ganz normale Hunde ohne große psychische oder physische Leiden. 


Mehr Informationen dazu findet ihr hier:


Tiere in Not Ennepetal e.V. 


Laborbeagle Hilfe 


Vermehrer - Vorsicht!


Sind selbsternannte Züchter, denen das Wohl der Tiere an ihrem Allerwertesten vorbei geht. Die Tiere leben häufig in engen Käfigen oder Stallungen. Es ist dreckig und lieblos. Die Hunde dienen dort nur einem Zweck: dem Geld verdienen. Meistens werden mehrere Rassen angeboten. Die Welpen werden billig abgegeben, sind häufig nicht gesund und haben meistens auch noch nicht mal einen Tierarzt gesehen. Vielmals werden die Welpen bereits vor der 8. Woche abgegeben. Die Elterntiere sind nicht zu besichtigen und auch das Lebensumfeld lernt man in der Regel nicht kennen. Vielmals erfolgt die Übergabe tatsächlich auf einem Parkplatz oder die Welpen werden sogar zu Ihnen nach Hause gebracht, ohne dass Sie diesen vorher je besuchen durften.

Und was sich am Anfang als Schnäppchen darstellt, wird sich schnell zur Kostenfalle entpuppen. Denn kranke Tiere kosten Geld. Viel Geld.

Auch wenn Ihnen die Welpen leid tun und sie diese gerne retten möchten. Tun Sie es nicht. So schwer es auch fällt. Denn für jeden verkauften Welpen, kommen neue hinterher! Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Und erst wenn die Nachfrage sinkt, wird auch das Angebot sinken und so irgendwann hoffentlich viel Tierleid vermieden.  


Für weitere Informationen zu dem Thema Vermehrer:


Wühltischwelpen 

Quelle: Tasso e. V.
Quelle: Tasso e. V.

Ebay Kleinanzeigen & Co. 


Ein schwieriges Thema... Generell finde ich es natürlich nicht gut, dass Hunde dort wie Ware gehandelt werden. ABER es gibt auch dort Vereine, Pflegestellen oder Privatpersonen, die Inserate schalten, einfach weil es eine breitere Masse erreicht. Vielmals kann man aber schon anhand der Anzeige erahnen, was dahinter steckt.  Unbedingt auch auf die anderen Anzeigen des Anbieters schauen. Wenn er mehr als 2 Rassen anbietet, ist es mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ein Vermehrer. Dann gilt: Hände weg! 



Wir hoffen, wir konnten euch mit diesem Artikel einen guten Überblick verschaffen und euch bei der Entscheidung helfen. Momentan würden wir uns für einen Hund aus dem Tierschutz oder dem Tierheim entscheiden. Allerdings schließe ich es auch nicht aus, irgendwann einem Welpen von einem Züchter ein zu Hause zu geben.

Oder einfach beides ;-) 


Falls ihr schon einen Hund habt: Wo habt ihr ihn her? Gern ergänze ich dies bei meinen Links oben! 

PS: Mit dem obigen Bild waren wir heute Top Bild auf der Startseite von der View Stern Community *freu* 


Die liebe Julia vom Blog Gut gebellt hat sich ebenfalls mit dem Thema auseinander gesetzt. Schaut doch mal bei Ihr vorbei!

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Kommentare: 2
  • #1

    Julia (Donnerstag, 16 Juli 2015 09:59)

    Toller Artikel! Mir gefällt, dass du weder die Zucht, noch das Tierheim, als die richtige, oder moralisch bessere Lösung anpreist. Ich habe mir viel anhören müssen, als ich meinen Cavalier von einer wirklich tollen Züchterin geholt habe. Das ist jetzt 2 Jahre her, und vor 2 Monaten haben wir Jessy adoptiert. Eine Cavalierdame die ursprünglich aus einer belgischen Massenzucht kam, bevor sie über's Tierheim und dann über Cavaliere-in-Not nach Deutschland gekommen ist. Mit Jack habe ich Erfahrungen sammeln können, die mir jetzt bei Jessy helfen, die durchaus ihre Macken hat, aber nichtsdestotrotz ein wundervoller Hund ist. Deswegen danke für deinen neutral gehaltenen Artikel. Ich wollte demnächst selber über dieses Thema schreiben, darf ich da deinen Artikel verlinken?
    Ganz herzliche Grüße, Julia mit Jack & Jessy

  • #2

    Victoria & Timmy (Donnerstag, 16 Juli 2015 18:05)

    Vielen Dank! Freut uns, wenn der Artikel gefällt.
    Du darfst unseren Artikel natürlich sehr gern verlinken.

    Ganz liebe Grüße von uns!