· 

Welcher Hund passt zu mir? Welpe oder doch ein Senior? 

Heute kommt bereits der dritte Teil unserer Reihe "Ein Hund soll einziehen". Diesmal beschäftigen wir uns mit der Frage, ob es denn immer ein Welpe sein muss oder ob man einen älteren Hund ein zu Hause geben möchte. 

 

Die meisten Leute wollen natürlich - wenn sie sich einen Hund anschaffen - einen Welpen haben. Dies kann man natürlich verstehen. Diese Bindung, die man zu einem Hund hat, wenn er von klein auf bei einem ist, ist bestimmt etwas ganz besonderes. Von Anfang an dabei zu sein und zu sehen, wie sich das neue Familienmitglied entwickelt und Fortschritte macht, ist sicherlich sehr schön. Auf der anderen Seite warten in unzähligen Tierheimen, Tierschutzvereinen und auch Laboren so wahnsinnig viele einsame Seelen auf ihren Menschen, ihre Familie. 


Der Welpe 

Es ist toll, die kleinen aufwachsen zu sehen. Zu sehen, wie sie sich entwickeln macht wirklich Spaß. Aber es bedeutet auch eine Menge Arbeit. Der Welpe muss mehrmals am Tag gefüttert werden, er kann noch nicht so lange anhalten und muss dementsprechend oft vor die Türe. Auch nachts. Man kann ihn nicht sofort über einen längeren Zeitraum alleine lassen. Das alleine bleiben muss man langsam Schritt für Schritt üben. Ihr neuer kleiner Freund muss alles noch lernen. Er ist im Prinzip vollkommen unerzogen. Er hört noch auf keinen Namen, muss seine neue Familie erst einmal kennen lernen und eine Bindung aufbauen. Vielleicht ist er die ersten Tage auch noch etwas verängstigt und unsicher. Er will schmusen, er will spielen und er will auch hin und wieder mal etwas zerstören ;-)  Die ersten Wochen werden Sie fast ausschließlich mit ihrem neuen Mitbewohner beschäftigt sein. Für einen Welpen benötigen Sie also Geduld, viel Liebe, Zeit und vor allem Konsequenz in der Erziehung.

Wenn Sie sich darüber bewusst sind, dass es eine anstrengende aber dennoch schöne und aufregende Zeit ist, dann steht einem kleinen Welpen nichts im Wege. 


L-Wurf der Beagles von der Sonnenburg
L-Wurf der Beagles von der Sonnenburg

Der Erwachsene Hund 

Je nach dem woher Sie den Erwachsenen Hund holen, weiß man mehr oder weniger über seine Vergangenheit. Bei einem Hund aus dem Ausland oder einem Fundhund weiß man nie, was der Hund einmal erlebt hat, mit was oder wem er schlechte Erfahrung gesammelt hat. Über seine Eigenschaften, sein Verhalten oder auch seine Macken weiß man meistens ebenso wenig. Vielmals möchte man das wohl auch lieber nicht wissen :-(

Das muss aber natürlich nicht heißen, dass man mit diesen Hunden generell Probleme hat. Aber man sollte sich darauf einstellen, dass diverse Probleme auftreten können. Das man auch mit Erwachsenen Hunden noch arbeiten muss und viel Zeit und Geduld aufbringen muss. Auch dieser Hund muss erst einmal Vertrauen zu Ihnen aufbauen.

Aber auch hier gilt: Mit viel viel Liebe, viel Zeit, Geduld und liebevoller Erziehung bekommen Sie einen neuen, treuen vierbeinigen Freund. 

 

Viele Tiere werden aber auch aus familiären Gründen im Tierheim abgegeben. Diese sind in der Regel erzogen, stubenrein und durchaus sozialisiert. Natürlich muss man auch mit diesen Hunden noch arbeiten und auch diese müssen erst einmal Vertrauen fassen, aber man kennt die Vergangenheit. Die Probleme und Ängste sind bekannt und man gezielter daran arbeiten. 


Husky Nimmersatt. Das Foto entstand bei einem kleinen Fotografentreffen.
Husky Nimmersatt. Das Foto entstand bei einem kleinen Fotografentreffen.

Der Senior 

Es gibt tatsächlich Menschen, die ihren treuen und langjährigen Wegbegleiter einfach so abgeben. Die Hunde werden dann mit ihren 12 Jahren aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen, aus ihrer Familie und landen in einem Tierheim. Warum? Vielleicht weil Sie krank und dadurch teuer geworden sind. Ich weiß es nicht. Verstehen kann ich es absolut nicht. Einige haben aber auch ihr Herrchen verloren und es gibt niemanden, der sich nun um den Vierbeiner kümmern kann. Da bleibt als letzter Ausweg meistens nur das Tierheim. 

Diese armen Seelen tun mir immer besonders leid. Sie haben es meistens sehr sehr schwer, nochmal ein neues zu Hause zu finden. 

Viel Erziehung ist in der Regel nicht mehr nötig, auch sind die meisten stubenrein und sozialisiert. Das Problem hier sind wohl die evtl. steigenden Kosten auf Grund von Krankheiten. Viele Tierschutzvereine unterstützen die neuen Besitzer aber in Bezug auf die bevorstehenden Tierarztkosten.

Geben Sie bitte auch den Hundeomis und Hundeopis eine Chance und ermöglichen Sie ihnen so noch ein paar wundervolle Jahre! Sie haben es verdient!



 Sie sehen, egal für welche Altersklasse Sie sich entscheiden: Jeder Hund braucht Zeit um anzukommen und um Vertrauen zu fassen. Es braucht Geduld, Erziehung, Konsequenz und Liebe. Überlegen Sie vorher genau, welchem Typ sie gerecht werden können und wem Sie ein neues zu Hause schenken möchten. Wie viel Zeit Sie haben und vor allem wie viel Sie mit ihrem neuen Wegbegleiter bereit sind zu arbeiten. 

 

Wir haben uns dafür entschieden, wenn irgendwann ein Zweithund einziehen soll, dass es ein Hund aus dem Tierheim, dem Labor oder dem Tierschutz werden soll. Das hat hauptsächlich den Grund, dass Timmy mit Welpen einfach nicht so richtig warm wird. Und natürlich weil es so unzählig viele tolle Hunde in den Heimen gibt, die nur darauf warten zu ihrer Familie zu kommen. 


Nächste Woche beschäftigen wir uns dann mit dem Thema, wo man am besten nach einem neuen Vierbeinigen Freund sucht. Und wo besser nicht. Hobbyzucht, Zucht, Tierheim, Tierschutz, Ebay?  Es gibt viele Wege. 


Wie war das bei euch? Habt ihr euch für einen Welpen entschieden?

Kommentar schreiben

Kommentare: 4
  • #1

    Julia von MiDoggy (Mittwoch, 01 Juli 2015 19:14)

    Liebe Victoria, lieber Timmy,

    sehr schöner Artikel! Wir haben uns damals auch für einen Welpen entschieden, da es doch etwas Wundervolles ist, so ein kleines Wesen aufwachsen zu sehen und alle von Anfang an mit zu erleben. Aber auch wir haben vor, wenn der Zweithund aktuell werden sollte, im Tierschutz etc. zu suchen :)

    Ganz liebe Grüße,
    Julia und Lola

  • #2

    Emmely's Frauchen (Donnerstag, 02 Juli 2015 04:58)

    Lange bevor Emmely einzog, wollte ich einen Hund haben- ob Welpe oder nicht- spielte da eigentlich nie eine große Rolle. Und gerne, gerne auch aus dem Tierschutz.
    Aber mit meinem Studium wuchs der Wunsch nach einem Hund, der mich bei meiner Arbeit begleiten kann. Daher musste es dann doch ein Welpe sein - ein Hund mit unbekannter Vergangenheit ist ein recht hohes Riskio als Therapiehund, welches ich nicht eingehen wollte.
    Ähnliche Gründe hat es, dass ich mich dann für einen Welpen vom Züchter entschied- so hatte ich von vornerhein die Möglichkeit auch die ersten acht Wochen zu begleiten und genau zu wissen, was Emmely schon erlebt hatte, bevor sie zu mir kam.
    Liebe Grüße
    Lizzy und das Indianermädchen

  • #3

    Victoria & Timmy (Donnerstag, 02 Juli 2015)

    Danke ihr Lieben!

    Ja, dass kann ich verstehen, Lizzy. Wenn man mit seinem Hund in so eine Richtung gehen möchte, würde ich mich auch für einen Welpen entscheiden.
    Bei Timmy stellte sich die Frage damals gar nicht, weil mein Freund ihn mit in die Beziehung brachte. Da war Timmy 2 Jahre alt :-)
    Vielleicht wird es iiiirgendwann auch mal ein Welpe... Man soll ja niemals nie sagen :-D

  • #4

    Laura und Sally (Mittwoch, 03 August 2016 01:27)

    Bei mir wurde es ein Straßenhund. Eine Entscheidung die ich nie bereut habe und es wahrscheinlich auch nicht werde. Sie ist perfekt sozialisiert (in ner Gang aufgewachsen ;) ), war stubenrein, selbstbewusst, konnte perfekt alleine bleiben, etc. etc. Ich vermute mal das auch der nächste Hund schon erwachsen einzieht, einfach aus dem Grund dass ich sehr wählerisch bin was das Verhalten angeht. (er muss selbstbewusst sei, eigenständig denken können aber dennoch Spaß daran haben zusammenzuarbeiten uvm:) ) ich finde da ist der Welpe ein etwas größeres Überaschungspaket als ein Erwachener Hund. Denn ich glaube kein Züchter kann mit 100% Sicherheit sagen ob der Welpe wirklich nach den Eltern kommt.
    GLG :*