Welche Rasse passt zu mir?

Unser zweiter Beitrag zu unserer Blogreihe kommt leider mit einem Tag Verspätung. Bei uns gab es gestern ein kurzes aber heftiges Gewitter, welches unsere Telefonleitung lahm gelegt. Aber die Techniker waren heute ganz flott und alles läuft jetzt wieder wie gewohnt. 

Deshalb beschäftigen wir uns jetzt mit der Frage: Welche Rasse passt zu mir? 


Viele Leute glauben leider nach wie vor: Hund ist Hund. Und so suchen sie sich ihren Vierbeiner allein nur nach dem Aussehen aus. Der kleinen Welpe mit den riesigen Schlappohren sieht ja so wahnsinnig niedlich aus. Das hinter diesen treuen braunen Kulleraugen aber ein sturer und wahnsinnig aktiver Jagdhund steckt, wird dabei schnell vergessen.

Pinscher Mix | Donald
Pinscher Mix | Donald
Deutsche Dogge | Black Poison
Deutsche Dogge | Black Poison
Irisch Setter | Thalia
Irisch Setter | Thalia

Es gibt mehr als 350 Rassen auf der Welt. Diese unterscheiden sich nicht nur nach ihrer Größe, nach ihrem Aussehen oder nach ihrer Felllänge. Sondern vor allem durch ihren Charakter. Die meisten Hunde wurden ursprünglich alle für einen bestimmten Zweck gezüchtet. Wie zum Beispiel Jagdhunde, Hütehunde oder Wachhunde. Sie alle unterstützten den Menschen bei seiner Arbeit und brauchten dafür natürlich bestimmte Charakterzüge. Diese Charakterzüge sind bei den meisten Hunde nach wie vor mehr oder weniger stark ausgeprägt. Deshalb sollten Sie bei Ihrer Entscheidung auf jeden Fall die verschiedenen Wesensmerkmale berücksichtigen. Denn nur dann können Sie ihrem neuen vierbeinigen Freund auch gerecht werden.

Beagle | Luna
Beagle | Luna

Der Beagle als Beispiel


Der Beagle zählt zu den Jagdhunden. Genauer gesagt zu den kleinen Laufhunden. Er stammt ursprünglich aus England und wurde dort in großen Meuten zur selbstständigen Treibjagd auf Hasen gezüchtet. 

Diese Meutehund-Vergangenheit prägt auch heute noch den wesentlichen Charakter des Beagle. Er ist absolut sozial und sehr verträglich. Lebhaft, unerschrocken, zäh, ausdauernd und sehr zielstrebig. Er zeigt keinerlei Angriffslust, ist stets fröhlich und gut gelaunt. So wird er auch in den meisten Rasseportraits beschrieben. Der perfekte Familienhund eigentlich. Aber er ist und bleibt ein Jagdhund. Er wird seiner Passion nachgehen wollen, wann immer er dazu Gelegenheit bekommt. Bei aller Intelligenz ist er äußerst stur und dickköpfig. Was damals ein herausragendes Wesensmerkmal war, ist heute manchmal schwierig für die Erziehung. Er bleibt ungern allein, er ist unglaublich verfressen (Denken Sie an die Meute: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!), er braucht Bewegung und artgerechte Beschäftigung. Er ist ein Jäger, er will jagen. Und wenn es nur Hasendummys sind. Aber sie sehen: Der Beagle ist eben nicht nur der freundliche Familienhund, sondern auch der passionierte Jäger. (Wie immer gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel!) 


Bis heute haben die verschiedenen Rassen also ihre Eigenschaften weitestgehend behalten, die für ihre ursprünglich zugedachte Aufgabe wichtig waren!


Deshalb informieren Sie sich im Vorfeld ganz genau über ihre favorisierte Rasse und fragen Sie sich:


Wie viel Platz habe ich? Stadt oder Land? (Ein Husky in der Innenstadt ohne Freilauf? Undenkbar!)

Wie viel Zeit kann ich täglich investieren? (Beschäftigung, Pflege, Erziehung) 

Wie viel Geld hab ich? (Eine 95 kg Mastiff frisst gute 3 Kg Fleisch am Tag, ein 3 Kg Chihuahua 100g) 

Habe ich bereits Erfahrung mit Hunden? (Nicht jeder Hund ist für Anfänger geeignet)

Sind Kinder im Haushalt oder geplant? (Manche Hunde mögen keine kleinen Kinder) 

Welche Aufgabe soll der Hund erfüllen? (Soll er Sie bewachen? Wollen sie gemeinsam auf Jagd gehen?)

Rhodesian Rideback | Mischling | Labrador
Rhodesian Rideback | Mischling | Labrador

Die beliebtesten Hunderassen in Deutschland (Quelle: www.hunde.de


1. Deutscher Schäferhund (Ursprünglich: Herdengebrauchshund / Hütehund) 
2. Dackel (Jagdhund) 
3. Deutsch Drahthaar (Jagdgebrauchshund) 
4. Labrador Retriever (Familienhund; Lernfähig und absolut arbeitswillig; "Apportierhunde") 
5. Golden Retriever (Familienhund; ursprünglich Jagdhunde; "Apportierhunde") 
6. Deutscher Boxer (Ursprünglich: Jagdhund;) 
7. Deutsche Dogge (Ursprünglich: Jagdhund für Saujagden (Wildschwein); später Liebhaberhund) 
8. Pudel  (Ursprünglich: Apportierende Jagdhunde; heute hochintelligente Familienhunde) 
9. Englisch Cockerspaniel (Ursprünglich: Stöberhunde)
10. Rottweiler (Ursprünglich: Gebrauchshunde) 

Französische Bulldoggen | Balu & Casey
Französische Bulldoggen | Balu & Casey


Nächste Woche beschäftigen wir uns mit dem Thema welcher Hund denn einziehen soll. Ein Welpe oder doch ein Senior? 

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Kommentare: 4
  • #1

    Julia von miDoggy (Mittwoch, 24 Juni 2015 22:28)

    Liebe Victoria, lieber Timmy,

    ganz toller Beitrag! Berufstätig und Hund, das konnte ich mir lange nicht vorstellen und dann lernte ich die Windhunderasse "Italienisches Windspiel" kennen und aufgrund der Eigenschaften dieser Rasse (Windspiele kann man sehr gut ins Büro mitnehmen, v. a. da z. B. sie kaum bellen) erschien es auf einmal machbar und so haben wir früher als erwartet eine süße Fellnase bekommen :)

    Liebe Grüße und gute Nacht,
    Julia und Lola von miDoggy

  • #2

    Emmely's Frauchen (Dienstag, 30 Juni 2015 22:28)

    Da kann ich mich der Julia nur anschließen: Ein toller Beitrag - den sich manche Leute mehr zu Herzen nehmen sollten. Sich nämlich vorher wirklich genau über eine Rasse informieren...manch einem Hund würde das Tierheim erspart bleiben ..

    Liebste Grüße
    Lizzy und das Indianermädchen

  • #3

    Victoria & Timmy (Mittwoch, 01 Juli 2015 17:10)

    Danke ihr Lieben!

    Ja, ich erlebe es sehr häufig in einer Beaglegruppe. Wie oft werden dort junge Hunde abgegeben, weil die Halter komplett überfordert sind :-(
    Tut mir jedes Mal in der Seele weh :-( Dabei gibt es doch so viele Möglichkeiten, sich zu informieren.

  • #4

    Jessica (Freitag, 11 März 2016 18:36)

    Vor allem sollte man sich eben VORHER informieren, welche Rassen in Frage kommen. Es gibt so viele gestörte Border Collies (nur mal als Beispiel), weil mit diesen nicht gearbeitet wird, sondern nur der kleine Gang durch den Park reichen soll.

    Hasse so ein Verhalten und dann sind die Tierheime überfüllt, weil den Haltern nach zwei Jahren einfällt, dass das alles ja doch nicht so gut passt :(

    Die Armen Hunde :) Wohl denen, die nicht selbstsüchtig handeln, sondern sich einen Hund suchen, der zu ihrem Alltag, ihren Lebensumständen etc. passt und nicht nur nach ihren optischen Geschmäckern.