Unser Herz auf vier Pfoten

Zum heutigen Tag des Hundes, gibt es etwas ganz seltenes von uns. Beziehungsweise etwas ganz seltenes vom Frauchen (und vom Herrchen). Nämlich absolute Gefühlsduselei über das Leben mit Hund. Besser gesagt über das Leben mit Timmy. 


Einen Hund wollte ich schon immer. Schon seit ich klein bin, habe ich meine Mama mit dem Thema genervt. Ich habe Bilder gemalt - ja sogar ganze Hefte gestaltet mit den Vorteilen eines Hundes. Aber ich hatte keine Chance. In ihrer Wohnung würde es nie einen Hunde geben, sagte sie. Mit Hunden aufgewachsen bin ich trotzdem. Meine Großeltern hatten bis 2007 immer Hunde gehabt. Und alle hatten übrigens den gleichen Namen ;-)

Alles betteln half also nichts und ich musste zwangsläufig warten, bis ich in eine eigene Wohnung ziehen konnte. Erst wollte ich unbedingt einen West Highland Terrier, dann einen Cavalier King Charles und später eine Deutsche Dogge. Und dann kam Timmy... 

Timmy zog mit 2 Jahren über Nacht bei mir ein. Zu diesem Zeitpunkt wohnte ich noch bei meiner Mama und es sollte nur eine Übergangslösung sein. Mein Freund (welcher früher übrigens immer Angst vor Hunden hatte) hatte enorme Probleme mit seinen Nachbarn und bevor diese das Veterinäramt einschalteten, brachte er ihn zu mir. Und von diesem Tag an, hat er mein Leben ganz schön verändert.


Ich hatte im Prinzip keine Ahnung von Hunden. Erst recht nicht von Jagdhunden. Und schon gar nicht von sturen Beagles, die einen in den Wahnsinn treiben können ;-)

Aber nun war er da und eroberte alle Herzen im Sturm. Jetzt hieß es auf einmal am Wochenende früh aufstehen, anstatt bis Mittags zu schlafen. Hundebücher wälzen. Nachmittags große Runden über die Felder laufen und nicht nach der Arbeit shoppen zu fahren. Samstags standen plötzlich Übungsstunden in der Hundeschule auf dem Plan, anstatt Nachmittags irgendwo "sinnlos" rum zu hängen. Ich war bis Dato permanent auf Achse. Ruhelos. Die Zeit bis zur nächsten Veranstaltung konnte gar nicht schnell genug rum gehen. Seit Timmy da ist, hat sich dies geändert. Denn ich habe etwas ganz wichtiges von ihm gelernt. Jeden Tag, jede Stunde, jeden Moment zu genießen. Im Hier und Jetzt zu leben. Diese Lebensfreude die er ausstrahlt, wenn er über die Felder stromert und eine Maus jagt, ist nicht zu beschreiben. Er schafft es, fast jedem Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Er ist anders als andere Hunde. Eigentlich ist er gar kein Hund. Er ist besonders. Er ist unser Seelenhund.


Ich habe Menschen immer belächelt, die so von ihrem Hund reden. Die meinen, ihr Hund wäre ein vollwertiges Familienmitglied. Aber heute versteh ich sie nur zu gut. Nehmt es den Leuten nicht übel, wenn sie euch für bestimmte Sachen belächeln. Lächelt ihr lieber über sie, weil sie nicht wissen, wie viel Hunde einem geben können.  


Auch wenn er uns heute noch so manchmal in den Wahnsinn treibt, weil er in einem Unachtsamen Moment schon wieder Herrchens Bockwürste von der Arbeitsplatte geklaut hat. Weil er seinen Ochsenschwanz heimlich unter meinem Kopfkissen verbuddelt. Weil er sich draußen mal wieder in einem riesigen Kuhfladen gewälzt hat. Weil er einem Nachts die Decke klaut und die Hälfte des Bettes einnimmt, während Herrchen fast raus fällt. Weil er nach wie vor fast täglich versucht, den Mülleimer zu plündern. Aber die lustigen Momente, machen dies alles wieder wett. Wenn er im Garten steht und die Himbeeren und Erdbeeren selber pflückt. Wenn er nachts ankommt, die Decke hochstupst damit er sich darunter legen kann. Wenn er sich wie selbst verständlich einfach neben einen auf den Stuhl an den Tisch setzt. Wenn er seine Nase ins Wasser hält und anfängt zu blubbern. Wenn er keinen Schritt weiter läuft, weil dort eine Brennesel steht. Wenn er - wie jetzt - laut schnarchend neben einem liegt. 


Ja, er ist ein vollwertiges Familienmitglied. Unser felliges Kind. Er gehört zu uns und wir möchten keinen einzigen Moment mehr mit ihm missen! 


"Mein Hund ist als Hund eine Katastrophe, aber als Mensch unersetzlich." (Johannes Rau) 



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