Der Leinenzwang...

Wir waren heute beim spazieren gehen auf der Suche nach bunten Frühlingsblümchen gewesen. Frauchen wollte Frühlingsbilder machen. Bunte Blümchen haben wir nicht gefunden, aber dafür einige Stellen im Wald mit vielen Märzenbechern. Mit genügend Käse, hab ich mich dann auch mal da rein gelegt. Hab natürlich drauf aufgepasst, dass ich die Blümchens nicht kaputt mache... Lange still sitzen konnte ich aber nicht, schließlich waren wir direkt im Wald gewesen. Man hat das gut gerochen dort... Kein Wunder, es waren schließlich Rehe in der Nähe. Hab sie auch gesehen, aber ich durfte leider nicht hin. Wir mussten dann also gehen, weil meine Eltern die Rehe nicht stören wollten. Im Frühjahr bekommen diese nämlich ihre Kitze. Auch Frischlinge kommen in dieser Zeit zur Welt. Eine genaue Zeit gibt es da nicht. Grob gesagt zwischen März und Mai. Das ist aber sehr unterschiedlich. In dieser Zeit - also in der Brut- und Setzzeit - herrscht in allen  Bundesländern eine besondere Aufsichtspflicht für Hunde auf allen Grünflächen (01. April bis 15. Juli) In Niedersachsen und Bremen gilt in dieser Zeit sogar ein kompletter Leinenzwang im freien Gelände (bereits ab 15. März). Ein Verstoß kann mit Geldbußen geahndet werden. Deshalb hat sich Frauchen heute mal wieder Gedanken über den Leinenzwang gemacht...

Wie sinnvoll ist der Leinenzwang? 

 

Timmy läuft seit 2 Jahren ausschließlich an der Leine. Und nein, dass ist überhaupt nicht schlimm. Wir werden zwar oft deswegen "blöd" angemacht aber das ist uns herzlich egal (Auf dieses Thema gehe ich ein anderes Mal ein). Es geht hierbei schließlich sowohl um Timmys Sicherheit als auch um die von anderen Tieren und Menschen. Timmy ist und bleibt nun mal ein Jagdhund. Er stammt aus einer Arbeitslinie und das jagen liegt ihm demzufolge noch stärker im Blut als manch einem anderen Rassevertreter. Sieht er ein Reh, ein Wildschwein oder einen Hasen, hört er trotz seiner großen Ohren auf gar nichts mehr...

 

Beagle würden das Wild zwar nicht töten, aber sie hetzen es. Gegebenenfalls sogar bis zu dessen totaler Erschöpfung. Und das ist für Wild gefährlich, sogar lebensbedrohlich. Aber nicht nur für das Wild ist das gefährlich, auch für andere. Vor allem aber für den Hund selber. (Stichpunkt: Jäger) Auf Jäger geh ich hier aber nicht ein. Denn ich habe bisher ausschließlich schlechte Erfahrungen mit Jägern gemacht und würde das ganze nicht objektiv betrachten. Deshalb: Informiert euch über die Bestimmungen in eurer Gemeinde was das Thema Hund, Wald und schießen angeht. 

 

So lange wie es uneinsichtige und unvernünftige Hundehalter gibt, halte ich einen Leinenzwang in bestimmten Gebieten (leider) für sinnvoll. Es ist absolut schade für die Hunde, die wirklich super hören. Aber leider gibt es genügend Hunde, die eben nicht 100 % abrufbar sind, wenn sie einen leckeren Geruch in der Nase haben. Wie oft habe ich schon gehört: "Ja, mein Hund rennt schon mal weg aber der kommt immer nach 30 Minuten wieder... Halb so schlimm " Das versetzt mir jedes Mal wieder einen Stich. 

Schön und gut, wenn der Hund nach 30 Minuten wieder kommt. Aber in dieser Zeit kann schon so viel passieren. Der Hund rennt auf die Straße und wird überfahren. Verursacht im schlimmsten Fall noch einen Unfall und gefährdet Menschen. Der Hund rennt auf eine Bahnstrecke. Der Hund wird erschossen. Der Hund tötet Wild (Ja, auch der sonst so liebe Golden Retriever hat in unserer Gegend hier schon 2 Rehe getötet) Der Hund verletzt sich oder bleibt irgendwo hängen und kann sich aus eigener Kraft nicht befreien. Der Hund geht auf andere Hunde los (das sind übrigens auch die so genannten "der tut nix" und "die klären das unter sich" Hunde...). Wir haben hier auch einen frei laufenden "der tut nix", der Timmy schon zwei Mal im Genick gepackt hat und ich dazwischen gehen musste... Aber das macht der sonst ja nie... 

 

Fazit: Einen generellen Leinenzwang finde ich Mist. Es ist schade, für die vielen Hunde die super frei laufen können. Aber so lange wie es so viele ignorante und uneinsichtige Hundehalter gibt, muss dies wohl leider sein. 

 

Bitte versteht diesen Artikel nicht falsch. Es kann immer passieren, dass ein Hund weg rennt. Wir haben es ja selber 2 Mal erlebt. Einmal trotz Leine. Aber ich denke, man sollte zumindest versuchen, dies so gut es geht zu verhindern. Ich möchte hier keinen persönlich angreifen, aber vielleicht den einen oder anderen zum nachdenken bringen.

 

Wie seht ihr das Thema Leinenzwang? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Laufen eure Hunde mit oder ohne Leine? Und denkt ihr, Leinenhunde sind prinzipiell unglücklicher? 

Ich würde mich sehr über eure Gedanken zu dem Thema freuen.

 


PS: Bevor ihr euch wundert: Auf den meisten Bildern von Timmy retuschier ich seine Leine und manchmal auch Halsband und/oder Geschirr mittels Photoshop weg...

Kommentar schreiben

Kommentare: 4
  • #1

    Lilly's Frauchen (Sonntag, 22 März 2015 16:22)

    Ein sehr schöner Beitrag und ich stimmte dir voll und ganz zu. Mal ganz abgesehen davon finde ich, dass Hunde, die nicht abrufbar sind, das ganze Jahr über an die Leine sollten und nicht nur zur Brut- und Setzzeit. Rehe gibt es ja z.B. auch im November ;-) Lilly ist zum Glück nicht jagdlich ambitioniert - und trotztdem ist sie im Wald an der Schlepp oder sonst irgendwie gesichert. Wirklich sicher kann man sich bei einem Hund eben nie sein. Da wir in Baden-Württemberg keinen Leinzwang haben, läuft Lilly auch während der Brut- und Setzzeit auf Feldwegen ohne Leine. Sie weiß aber ganz genau, dass sie nicht auf die hohe Wiese darf. Das klappt also ganz gut bei uns.

    Ich denke übrigens nicht, dass Leinenhunde unglücklicher sind als freilaufende Hunde. Im Gegenteil ;-) Oftmals habe ich den Eindruck, dass die Schleppleinenhunde viel mehr ausgelastet werden als ihr freilaufenden Artgenossen. Spaziergang ist eben nicht gleich Spaziergang :-)

    Liebste Grüße und tolle Fotos :-)

  • #2

    Joko - jetzt shepherds (Sonntag, 22 März 2015 19:16)

    Ein Thema was bei uns auch aktuell ist. Toller Beitrag!
    Prinzipiell stimme ich dir zu, dass Hunde zur Brut und Setzzeit an die Leine gehören und das auch richtig so ist.
    Allerdings um ehrlich zu sein, läuft Joko auch frei. Als Hütehunde hat er zum Glück kein großes Interesse an Wild - auch wenn das natürlich nicht für jeden Hütehund gilt!
    Zur Sicherheit lasse ich ihn zur Brut und Setzzeit nicht weiter als 100 Meter voraus laufen und halte ihn grundsätzlich in meiner Nähe und bin Achtsam. Eine Garantie hat man hierbei natürlich nie.
    Persönlich wäre es für mich aber keine Option den Hund nur an der Leine zu halten.
    Wobei hier auch unterschieden werden muss um welche Leine es sich handelt.
    Eine Schleppi, mit der sich der Hund trotzdem frei bewegen kann und auch mal flitzen kann? Eine Flexi? Oder eine normale 2m Leine?
    Ein Hund sollte unserer Meinung nach zumindest einmal am Tag die Möglichkeit haben sich frei zu bewegen, zu schnüffeln und zu spielen wie er mag. Ob das in einer eingezäunten Hundewiese ist und er dort frei laufen kann oder beim normalen Gassigang weil man sich auf seinen Hund verlassen kann, sei ja jedem selbst überlassen :) Die Konsequenzen müssen jedem klar sein.

    Als Beagle-Besitzer würde ich da wahrscheinlich auch anders drüber denken *lach*
    Das die bei Wild ihre rießen Samtohren mal zuklappen hab ich auch schon oft gehört :)
    An welcher Leine haltet ihr Timmy denn?

    Beste Grüße
    Sophia und Joko

  • #3

    Isabella (Montag, 23 März 2015 10:56)

    Das ist ein Beitrag, der meine absolute Zustimmung findet! Es gibt leider zu viele Hundehalter die der Meinung sind, ihr Hund höre doch "eigentlich" ganz gut ... und das würde reichen. Für mich reicht es nicht und genau aus diesem Grund sind auch bei uns die Hunde öfter an der Leine ... naja, zumindest ist Cara öfter an der Leine. In Natur- oder Vogelschutzgebieten herrscht bei uns ganzjährig Leinenpflicht und da halte ich mich auch dran. Denn leider habe ich im Lauf der letzten 20 Jahre viele Gebiete im Wandel gesehen - früher durften die Hunde dort frei toben, dann an der Leine mitgehen und heute darf ich das Gebiet mit Hunden nicht mehr betreten. Und es liegt immer daran, dass einige Hundehalter es eben übertrieben haben und sich nicht an die Vorschriften hielten!

    Wenn ich mir nicht sicher bin, ob mein Hund den Hasen ignoriert oder beim ersten Ruf direkt zu mir kommt - dann gehört er für mich an eine Leine :)

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

  • #4

    Vicky & Timmy (Montag, 23 März 2015 19:35)

    Danke für eure Kommentare und Meinungen!
    Freut mich, wenn euch der Beitrag gefallen hat :)

    Sophia,
    Timmy läuft an einer 15 Meter Schleppleine. Außer auf der morgendlichen und abendlichen kurzen Pipi Runde, da geht er an einer normalen 2 Meter Leine. Wenn wir jetzt irgendwo hin gehen, wo eventuell etwas mehr Menschen sein könnten, haben wir auch zur Not die kurze Leine dabei, weil sich das dann besser macht. Aber sonst immer an der Schlepp. Wir haben hier eine große Wiese im Ort, dass ist die einzige Stelle wo ich ihn ohne Angst ableinen kann. Dort spielen wir dann Ball, Frisbee oder ähnliches. Da kann er mal richtig rennen :) Und wir haben auch das Glück, dass wir einen großen Garten haben. Aber da legt sich Timmy meistens lieber in die Sonne ;)

    Ganz liebe Grüße von uns!